Naturmarkt: Eine Stunde Warten auf Einlass

Coronabeschränkungen verlangten den Besuchern im Wasserschloß Klaffenbach einiges an Geduld ab. Dennoch kamen wieder Tausende.

Besucheransturm zum Naturmarkt am Sonntag im Wasserschloß Klaffenbach: Während sich drinnen die wegen der Corona-Auflagen maximal zulässigen 1000 Besucher tummeln dürfen und viele von ihnen die "entspannte Atmosphäre", die "luftigen Gänge" und das "nicht vorhandene Gedränge" loben, warten draußen mindestens noch einmal ebenso viele geduldig, dass demnächst auch sie Einlass erhalten. Sie alle wollen Direktvermarkter und Handwerker aus der Region und ihre Sortimente erleben, die von Obst und Gemüse der Saison über Honig, Käse, frische Molkereiprodukte, Fleisch- und Fischspezialitäten bis zu handwerklichen Erzeugnissen aus Papier, Leinen, Filz oder Holz reichen.

"Ich bin jedes Jahr hier, aber so eine lange Schlange habe ich noch nicht erlebt", sagt Dagmar Melzer, die mit einer Freundin aus Röhrsdorf gekommen war. Dass sie so lange vor dem Festgelände anstehen müssen, stört die beiden aber nicht. "Das Wetter ist spitze, wir sind an der frischen Luft und irgendwann werden wir schon reinkommen", sagt Melzer optimistisch.

"Es ist nicht so schlimm, dass wir warten müssen. Hauptsache, es findet überhaupt irgendwas statt", pflichtet ein paar Meter weiter hinten Gisela Trützschler den Röhrsdorfern bei. Anders sehen das Thomas und Mandy Fischer aus Meerane. Das Paar war bereits am Vormittag angekommen, wollte eigentlich zu den Ersten in der Schlange gehören, stand nach einer Stunde Warten aber immer noch vor dem Eingang. "Langsam bezweifle ich, ob wir hier überhaupt noch reinkommen", sagt Thomas Fischer. So habe er sich seinen Sonntag nicht vorgestellt, meint der 44-Jährige.

Am Eingang zählen Sicherheitsleute jeden einzelnen Besucher. Um die Stimmung bei den Wartenden etwas aufzuhellen, verteilten Annekathrin Lehmann und ihre Kollegen vom Veranstalter C3 Süßigkeiten. Nur ein geringer Teil der Besucher habe die Möglichkeit genutzt, Zeitfenster-Tickets im Vorverkauf zu erwerben. "Wir können die Wartenden nur um Verständnis bitten und auf den zweiten Eingang auf der anderen Seite verweisen", erläutert Annekathrin Lehmann. Bei den bisherigen Naturmärkten habe man über den Tag verteilt immer um die 8000 Besucher gezählt. Wie viele davon sich gleichzeitig auf dem Gelände aufhielten, sei nie erfasst worden.

Der Naturmarkt unter Corona-Bedingungen ist auch für den Veranstalter ein Experiment. Zumindest bei der Anzahl der Händler und Handwerker musste nicht gespart werden. Sie lag wie in den Vorjahren bei knapp 100. Doch der einzuhaltende Mindestabstand forderte ein Umdenken beim Standaufbau: Nicht jeder kam an seinen angestammten Platz. Manche Händler, die bisher im Innenhof angesiedelt waren, mussten nun auf eine neu geschaffene Freifläche links vom Schloss ausweichen - und fanden sich damit etwas ab vom Schuss wieder.

"Heute Morgen beim Aufbau dachte ich noch, hier hinten sind wir total abgehängt. Aber mittlerweile finde ich es ganz gut hier", sagt beispielsweise Kartoffelhändler Steffen Janke. An die 40 verschiedenen Sorten, von La Rotte aus Frankreich bis Carla aus Bolivien, hat der Plauener im Angebot. Er sei froh, überhaupt die Möglichkeit zu haben, an einem derart großen Markt teilzunehmen. Seine Kollegen aus dem Allgäu oder der Schweiz hätten es da deutlich schwerer. "Große Märkte sind dort nach wie vor verboten. Wir in Sachsen kommen da wirklich gut weg", so Janke.

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