Neuer Fahrdienst für Bereitschaftsärzte

Ein Unternehmen aus Bayern ist beauftragt worden, Mediziner im Bereitschaftsdienst zu den Patienten in der Region zu bringen. Die Wartezeiten hängen dabei aber stets von der Dringlichkeit ab.

Limbach-Oberfrohna.

Patienten aus dem ehemaligen Kreis Chemnitzer Land, die den Bereitschaftsarzt rufen, werden ab Oktober veränderte Bedingungen vorfinden. Denn die Kassenärztliche Vereinigung (KV) führt einen zentralen Fahrdienst für die Bereitschaftsärzte ein. Die Leistung hatte die KV ausgeschrieben, und den Zuschlag hat ein Unternehmen aus Bayern bekommen.

Die gemeinnützige Helfende- Franken-Gesellschaft wird ab 1. Oktober diesen Fahrdienst in der Region Limbach-Oberfrohna, Glauchau und Hohenstein-Ernstthal übernehmen. Bislang wurde nach Angaben der KV der Fahrdienst individuell organisiert.

"Die Firma Helfende Franken hat die Aufgabe, mit ihrem Fahrdienst den Bereitschaftsdienstarzt im Hausbesuch zum Patienten zu fahren", teilt die Kassenärztliche Vereinigung weiter mit. Hilfesuchende Patienten in der Region hätten auch die Möglichkeit, die neue Bereitschaftspraxis am Krankenhaus Rudolf Virchow Klinikum in Glauchau aufzusuchen, die ab 2. Oktober in Betrieb geht. "Wir empfehlen diese Möglichkeit, da Hausbesuche nach medizinischer Dringlichkeit durchgeführt werden und dadurch gegebenenfalls längere Wartezeiten entstehen können", teilt die Vereinigung mit.

Das Unternehmen Helfende Franken hat seinen Sitz in Weismain (Bayern), gelegen zwischen Bamberg und Bayreuth. Nach den Worten des Kaufmännischen Leiters, Michael Müller, haben die Mitarbeiter neben dem eigentlichen Fahrdienst auch die Aufgabe, bei der Versorgung der Patienten zu unterstützen. "Hierzu sind unsere Fahrer als Rettungssanitäter, Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter, aber auch als Medizinische Fachangestellte oder Gesundheits- und Krankenpfleger ausgebildet", sagt Müller. Die Aufgaben vor Ort seien konkret die Unterstützung in der Dokumentation und Behandlung der Patienten. "Deshalb haben wir in unseren Einsatzfahrzeugen eine umfangreiche Ausstattung die von der Wundversorgung, EKG, Sauerstoff und Babynotfällen alles abdecken kann, bis bei einem lebensbedrohlichen Notfall der Rettungsdienst eintrifft", fügt er hinzu. Das Unternehmen in Weismain gibt es seit 2012, beschäftigt nach eigenen Angaben um die 150 Mitarbeiter und verfügt über etwa 70 Fahrzeuge. Für den Einsatz im Chemnitzer Land sollen einheimische Mitarbeiter bereitstehen. "Seit 2016 führen wir für die Kassenärztliche Vereinigung in Bayern den Fahrdienst durch", sagt Müller.

Das System funktioniert in etwa so: Die Patienten erreichen den dienstbereiten Arzt über die bundeseinheitliche Rufnummer 116117. Die KV bewertet das Hilfeersuchen und empfiehlt dann einen Besuch der verschiedenen Bereitschaftspraxen oder, wenn es nicht möglich ist, diese aufzusuchen, organisiert sie den Hausbesuch, den die Fahrer mit den zugewiesenen Ärzten absolvieren. "Sollten die Disponenten der KV zu der Erkenntnis kommen, dass es sich um einen lebensbedrohlichen Zustand handelt, dann geben diese den Einsatz unverzüglich an die örtliche zuständige integrierte Leitstelle weiter", erklärt Müller.

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