Partystimmung trotz Regen beim 124. Stadtparkfest

Riesenrad, Imbissbuden und Musik - das ist das Konzept für eine Woche Unterhaltung in Limbach-Oberfrohna. Dabei gibt es aber auch kritische Töne.

Limbach-Oberfrohna.

Aufgeweichte Parkwege, empfindliche Kühle und immer wieder Regenschauer - der Auftakt des 124. Stadtparkfestes in Limbach-Oberfrohna stand am Wochenende unter keinem guten Stern. Immer wieder fielen Tropfen bei den Auftritten der Bands zu den Abendveranstaltungen, so bei den Bands von Martin Schmitt und "The Remembers" am Freitag sowie "Engel in Zivil" am Sonnabend. Das trübe Wetter tat der Stimmung und dem Besucheransturm aber keinen Abbruch.

So mancher Gast trat den Heimweg frisch geduscht an. Diese Rahmenbedingungen vermiesten jedoch den Fahrgeschäften und Glücksständen das Geschäft. Gefragt waren stattdessen kulinarische Angebote mit Unterstellmöglichkeit, etwa am Weinstand, an der Bowlebar oder neben der Imbissbude. Die Laune ließen sich die Besucher nicht verderben. Da wurde mit Regenschirm getanzt oder gleich nur im T-Shirt gerockt.


Ins Wasser fiel allerdings der obligatorische Fassbieranstich. Der Grund: Mangel an trinkfreudigen Gästen am frühen Freitagabend. Oberbürgermeister Jesko Vogel und Schaustellerchef Klaus Illgen waren sich einig, ein nur halbleeres Fass nicht verderben lassen zu wollen. Also soll die Zeremonie am Freitagabend während des Besuches von Ministerpräsident Michael Kretschmer nachgeholt werden. Illgen zeigte sich trotz des Dauerregens an allen drei Tagen zufrieden mit dem Festverlauf für die 40 Gewerbetreibenden und Schausteller. Er sah das Programmangebot den Wünschen der Besucher entsprechend aufgestellt.

Doch im Vorfeld der 124. Auflage des Festes hatte es wie fast jedes Jahr Kritik gegeben. Denn viele Bands kämen jedes Jahr, Höhepunkte gebe es nicht, hieß es. Bei Facebook wurde vorgeschlagen, mal das "schreckliche Ponyreiten" wegzulassen. Auch die Fahrgeschäfte seien einfallslos und jedes Jahr im Park anzutreffen. Zudem sei der Standort schlecht gewählt, weil die Tiere im nahegelegenen Tierpark eine Woche lang beschallt würden.

Die Verantwortlichen kennen die Kritikpunkte. "Das Stadtparkfest wird seit 124 Jahren gefeiert", sagt Stadtsprecherin Frances Mildner. Das erste Mal war es 1895 zur Weihe des von Bürgern neu angelegten Parks gewesen. "Es gehört einfach dazu", fügt sie hinzu. Sie kenne viele, die sich das ganze Jahr darauf freuen würden. Organisator Klaus Illgen will das Programm nicht grundlegend ändern. "Klar ist, dass wir uns für die 125. Auflage im kommenden Jahr schon Gedanken machen, um für einige besondere Höhepunkte zu sorgen." Das sei vor allem eine wirtschaftliche Frage, "aber wir sind bereits in der Abstimmungsphase", ergänzt Illgen.

Für so manchen Gast eines breit gefächerten Publikums hat das Fest etwas von Klassentreffencharakter, sagen Besucher. Mit einem Schlückchen Prosecco würde so das Wiedersehen gefeiert und öfters auch über alte Zeiten gesprochen.

Und was sagen die Besucher zu der Schlägerei am Freitagabend? "Das gibt es fast jedes Jahr", meint ein junger Mann. Auch zu DDR-Zeiten sei das so gewesen, ergänzt ein Rentner. In einer Facebook-Diskussion wird allerdings auch der Sicherheitsdienst kritisiert, der schon eher den betrunkenen Mann des Platzes verweisen hätte sollen.


27-Jähriger nach Rangelei schwer verletzt

Mit einem gebrochenen Bein ist ein 27-Jähriger nach dem Stadtparkbesuch am Freitagnacht ins Krankenhaus eingeliefert worden. Laut Polizei war es nach 23 Uhr zu einer Körperverletzung gekommen. Wie ein Sprecher auf Nachfrage sagte, habe ein betrunkener Mann mit einer Gruppe von vier Leuten Streit angefangen. "Als er auf den Hinweis, Abstand zu halten, nicht reagierte, kam es erst zu einer verbalen Auseinandersetzung, anschließend ist der Betrunkene ausgetickt", so der Polizeisprecher.

Bei der tätlichen Auseinandersetzung sei der 27-Jährige schwer verletzt worden. Der Mann erlitt eine Beinfraktur. Augenzeugen berichten, dass der Betrunkene sehr beleibt gewesen und bei der Rangelei auf den 27-Jährigen gefallen sei. Zum Tatverdächtigen hat die Polizei noch keine Hinweise erhalten. Der genaue Tathergang und weitere Details sollen durch Zeugenbefragungen ermittelt werden. Fest stehe aber, dass alle beteiligten Deutsche seien und aus der Region kämen, so der Sprecher. (bj)

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