Pfarrer wegen Handels mit Drogen angeklagt

Der Angeklagte soll Boten- und Fahrdienste übernommen und Geld eingetrieben haben

Chemnitz.

Ein Chemnitzer Pfarrer muss sich Mitte Oktober am Landgericht wegen angeblichen Handels mit Drogen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Besitz von und Handeltreiben mit Marihuana in nicht geringen Mengen vor. Wie Gerichtssprecherin Marika Lang ausführt, sind insgesamt elf Taten angeklagt, bei denen es sich mehrfach um Marihuana-Mengen im Kilogrammbereich gehandelt haben soll.

Es gehe um Boten- und Fahrdienste, aber auch ums Eintreiben von Geld. Mehrfach soll der Pfarrer einen aus dem arabischen Raum stammenden Drogendealer von Chemnitz nach Leipzig gefahren haben, wo dieser von einem Zulieferer Marihuana einkaufte, um es später weiterzuveräußern.

Wie der Pfarrer, der an einer früheren Pfarrstelle in der Region auch als Jugendpfarrer tätig war, mit den Drogengeschäften in Kontakt gekommen sein soll, ist noch nicht im Detail geklärt. Allerdings scheint der Fall damit zu tun zu haben, dass ursprünglich arglose Hilfsbereitschaft in fehlgeleitetes Verhalten umschlug. Der Pfarrer habe dem arabischen Flüchtling zunächst einen fünfstelligen Geldbetrag geliehen, um diesem zu ermöglichen, seine Familie nach Deutschland zu holen. Für die Rückzahlung habe der Gläubiger sich besagter Drogengeschäfte bedient. Ob und inwieweit der Pfarrer von Beginn an eingeweiht war, muss der für den 14. Oktober angesetzte Prozess zeigen.

In seiner Funktion als Pfarrer hatte der Angeklagte schon vor vielen Jahren auf Psalmworte verwiesen, die mahnen, andere nicht vorschnell zu verurteilen. Für eine aktuelle Rücksprache vor seinem eigenen Prozess war der Mann weder telefonisch zu erreichen, noch über den Anwalt oder die zuständige Superintendentur. Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung ruhen derzeit seine Amtsgeschäfte.

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