Probleme in Pleißa: Langsames Internet, Schandflecke und Lärm

Einwohner stellen bei Versammlung Fragen zum Breitbandausbau, zur alten Schule und zur Skihütte

Pleißa.

Etwa 25 Pleißaer haben am Mittwochabend die Bürgerversammlung im Ortsteil besucht. Die "Freie Presse" beantwortet Fragen, die während der knapp dreistündigen Diskussion zur Sprache kamen.

Wie ist der Stand beim Breitbandausbau in Pleißa?

Die Telekom hat angekündigt, mehrere Verteilerkästen im Ortsteil aufrüsten. Mittels der sogenannten Vectoring-Technik, die Datenflusshemmnisse im herkömmlichen Kupfernetz weitgehend eliminiert, sollen Übertragungsraten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Allerdings hängt die Geschwindigkeit vom Wohnort und dem Abstand zum Verteilerkasten ab. Wer auf einem abgelegenen Grundstück zu Hause ist, wird also wahrscheinlich langsamer surfen. Ursprünglich wollte die Telekom die Arbeiten im gesamten Stadtgebiet bis Ende 2018 abschließen. Dies ist allerdings nur in Wolkenburg gelungen. In der Kernstadt läuft die Umrüstung der Verteilerkästen, in Pleißa hat sie noch nicht begonnen. Das schnellere Netz soll in der gesamten Stadt ab April verfügbar sein.

An der Einmündung der Klausstraße in die Hohensteiner Straße kommt es zu gefährlichen Situationen, weil parkende Autos die Sicht behindern. Kann die Stadt dort ein Parkverbot verhängen?

Laut Thomas Luderer, der den Fachbereich für Ordnungsangelegenheiten im Limbacher Rathaus leitet, ist ein Parkverbot nicht nötig. Es müssten sich nur alle Autofahrer an die geltenden Regeln halten. "Auf den letzten fünf Metern bis zu einer Kreuzung darf man nicht parken", erklärte Luderer. Die Stadtverwaltung habe die Einmündung im Blick und werde dort kontrollieren. Laut Luderer tritt das Problem nur abends und am Wochenende auf. Generell bleibt die Parksituation an der engen Klausstraße aber angespannt. Ein Bürger wies darauf hin, dass die Parkflächen auf dem Gelände des ehemaligen Nettomarktes wegen eines Eigentümerwechsels nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die alte Schule steht leer. Könnte sie saniert und zum Beispiel als Jugendklub genutzt werden?

Das Gebäude an der Straße Schulberg, das sich in Sichtweite zu Grundschule und Kirche befindet, macht einen verwahrlosten Eindruck. Zerbrochene Fensterscheiben und bröckelnder Putz prägen das Bild. "Im Zentrum des Ortes ein solcher Schandfleck - das ist sehr traurig", stellte Ortsvorsteher Michael Nessmann fest. Nach seinen Angaben hat die Kirche das Gebäude an einen Privatmann verkauft. Dieser habe bislang aber nicht in die alte Schule investiert. "Das muss ein Spekulationsobjekt sein, anders kann ich mir das nicht erklären", sagte Nessmann. Thomas Luderer hat schon wiederholt Kontakt mit dem Eigentümer aufgenommen. "Er kommt seinen Pflichten nicht nach." Luderer berichtete, er habe den Mann mehrmals aufgefordert, die Scheiben reparieren zu lassen, damit niemand in das Gebäude eindringen kann. Da eine Reaktion ausblieb, nahm die Stadt Reparaturen vor und stellte die Kosten dem Eigentümer in Rechnung. Nessmann hat wenig Hoffnung, dass sich die Sache zum Besseren wendet. Wenn das Gebäude nicht gepflegt werde, sei es nur eine Frage der Zeit, bis der Dachstuhl einbricht, sagte er.

Der Verkehrslärm von der A 4 nimmt immer mehr zu. Besteht Aussicht auf Lärmschutzmaßnahmen in Pleißa?

Nein. Lärmkartierungsplänen des Freistaates aus dem Jahr 2017 ist zu entnehmen, dass nur wenige Anwohner der Wüstenbrander Straße Lärm ausgesetzt sind, der tagsüber 60 Dezibel überschreitet. Erst ab 65 Dezibel gilt Verkehrslärm, sofern er dauerhaft auftritt, als potenziell gesundheitsschädigend. Für alle anderen Pleißaer ist laut der Kartierung die Belastung wegen des größeren Abstands zur Autobahn geringer. An der Straße des Friedens in Limbach-Oberfrohna wurden beispielsweise für Anwohner höhere Werte ermittelt. Von der A 72 geplagte Anwohner in Niederfrohna hatten sich mit einer Unterschriftensammlung um besseren Lärmschutz bemüht. Dort ist die Situation ähnlich wie in Pleißa. Das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr antwortete, für die Forderung gebe es keine Rechtsgrundlage.

Die Skihütte wird kaum noch genutzt. Gibt es Pläne für das Gebäude?

Das Hütte befindet sich im Eigentum der Stadt und wird von Vereinen für Veranstaltungen gemietet. Private Feiern sind dort verboten worden, nachdem sich Anwohner über Lärm beschwert hatten. In den vergangenen Jahren musste das Rathaus mehrmals Vandalismusschäden reparieren lassen. Wenn es regelmäßige Öffnungszeiten gäbe, würde der Vandalismus vermutlich zurückgehen. Mehrere Bürger wünschen sich die Möglichkeit einer Einkehr bei Spaziergängen am Wochenende, wie bei der Versammlung deutlich wurde. "Es müsste sich ein Initiativkreis finden, der sich um die Skihütte kümmert", sagte Michael Claus, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung im Rathaus. Doch bislang hat sich niemand zu einem solchen Engagement bereit erklärt. Auch der Heimatverein will diese Aufgabe nicht übernehmen. jop

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1Kommentare
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  • 2
    1
    cn3boj00
    11.01.2019

    Es wurde auch der schlechte Zustand der Straßen Hohlweg und Feldstraße angesprochen, wo man teilweise seit 20 Jahren auf versprochene Sanierungen wartet.
    Zum Breitbandausbau bleibt zu sagen, dass die Regierung nur noch Glasfaserausbau fördert, die Telekom als privater Netzbetreiber hingegen machen kann was sie will, so dass vermutlich die Freileitung an der Straße Zum Kapellenberg bestehen bleibt. Die Anwohner dort, die schon seit Jahren auf besseres Internet warten, werden damit voraussichtlih in einigen Jahren wieder zu den Verlierern der stümperhaften Umsetzung der Breitbandziele durch Bund und Länder gehören. Und die Kommune kann nichts machen.
    Und dann gab es noch eine Diskussion um die Verkehrssicherheit auf der Straße Zum Kapellenberg, die als Durchfahrtsstraße aus Richtung Callenberg genutzt wird und über keine Fußwege verfügt. Die angeordnete 30 wird oft deutlich überschritten. Doch während man verstärkte Kontrollen und 30er Zonen vor Kindergärten und Schulen zum Schutz von Kindern für wichtig hält, ist dies auf Straßen, wo Schulkinder oder Mütter mit Kinderwagen auf der Fahrbahn gehen müsse offenbar kein öffentliches Interesse. Herr Vogel wies darauf hin, dass bei einem Fußwegbau die Anlieger diesen bezahlen müssten, und Rechnungen von 40000 Euro ins Haus flattern würden. Doch da hat der OB übers Ziel hinausgeschossen! Denn in L-O gibt es vernünftigerweise keine Straßenbaubeitragssatzung, in der die Kosten auf Anlieger abgewälzt werden.



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