Protest gegen Abholzen von Hambacher Forst

Demonstranten fordern bei Innenstadtmarsch sofortigen Kohleausstieg

Rund 80 Teilnehmer haben sich am Sonntagnachmittag zu einem Protestzug durch die Innenstadt in Bewegung gesetzt. Die Gruppe vorwiegend junger Leute hatte sich zuvor am Sitz des Energieversorgers Eins an der Augustusburger Straße versammelt, um mit Redebeiträgen auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Das besteht unter anderem darin, die Demonstranten und Aktionen im Hambacher Forst, auch Hambi genannt, zu unterstützen. Diese richten sich gegen das Abholzen des Areals, auf dem Kohle gefördert werden soll. Der Hambacher Forst ist ein Gelände in Nordrhein-Westfalen, auf dem der Energiekonzern RWE Kohle abbauen will. Dagegen gab es Proteste. Gegner hatten im Wald Baumhäuser errichtet und bezogen, um das Roden des Forstes zu verhindern. Bei der noch andauernden Räumung des Waldes hatte es Widerstand gegen die Polizeiaktion gegeben.

Der Protestzug in Chemnitz wurde von Rufen wie "Wir sind hier. Wir sind laut, weil ihr uns den Hambi klaut!" begleitet. Es gab auch Forderungen nach einem sofortigen Kohleausstieg der in Chemnitz ansässigen Energieversorger. Aus Sicht einiger Redner zeige das Beispiel Hambacher Forst nicht zuletzt auch die verfehlte Klima- und Energiepolitik Deutschlands auf. Ebenso wurden Kommunen dazu aufgefordert, sich für den Kohleausstieg stark zu machen. Initiiert hatte die Protestaktion eine nach eigenen Angaben etwa zehn Mitglieder starke Chemnitzer Gruppe von Umweltaktivisten, die sich in der vergangenen Woche formiert hat. Ihr Engagement gegen den Kohleabbau sehen die Protestteilnehmer auch als Solidaritätsaktion mit den Ländern, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sein werden. Zeitgleich mit der Chemnitzer Kundgebung fand im Hambacher Forst wieder ein Waldspaziergang statt. Tausende Menschen verliehen dort ihrem Protest Ausdruck.

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