Schweinepest: Vorkehrungen in Tierpark und Wildgatter

Auch in Chemnitz werden die gefährdeten Arten vor der Krankheit geschützt. Übertragen wird das Virus unter anderem durch Menschen.

Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) von Osteuropa in Richtung Westen zwingt auch Schweinehalter in Chemnitz zu verstärkten Schutzmaßnahmen. Betroffen sind unter anderen der städtische Tierpark und das Wildgatter in Oberrabenstein.

Vorrangig gehe es um das Verhindern der Übertragung des Krankheitserregers durch Menschen auf Tiere sowie von Kontakten zwischen gehaltenen und wild lebenden Tieren, erklärte die Stadtverwaltung auf Anfrage. Das ASP-Virus könne beispielsweise durch Speisereste oder andere verunreinigte Lebensmittel, deren Verfüttern ohnehin verboten ist, oder durch virushaltiges Material an Kleidung, Schuhen und Arbeitsgeräten auf Tiere übertragen werden. Die Krankheit befällt ausschließlich Wild- und Hausschweine und ist nicht auf Menschen übertragbar.

Die Mitarbeiter des Tierparks und des Wildgatters werden laut Stadtverwaltung zur Verhinderung der Übertragung des Krankheitserregers geschult. Sie näherten sich den dort gehaltenen Schweinen nur noch in ausschließlich dafür bestimmter Arbeitskleidung und würden auch die Besucher verstärkt auf das ausgeschilderte Fütterungsverbot hinweisen, heißt es aus dem Rathaus.

Besonders groß ist die Infektionsgefahr für die Wildschweine im Wildgatter, da sie in unmittelbarer Nachbarschaft zu frei lebenden Artgenossen untergebracht sind. Die doppelten Einzäunungen ihrer Gehege würden daher von Mitarbeitern regelmäßig auf Unversehrtheit kontrolliert. Zudem werde das für die Tiere im Wildgatter bestimmte Futter so gelagert, dass es für frei lebende Wildschweine nicht erreichbar ist.

Im Tierpark müssen der Stadtverwaltung zufolge ausschließlich die Minischweine vor ASP geschützt werden. Dass diese unkontrolliert in Kontakt zu anderen Schweinen oder Wildschweinen kommen, sei aber ausgeschlossen. Daher gehe es auch dort vor allem um den Schutz der Tiere vor der Übertragung des Virus' durch Menschen oder Futter.

Neben den beiden städtischen Einrichtungen sind beim Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt im Rathaus derzeit noch 48weitere Schweinehalter im Stadtgebiet registriert, von denen insgesamt knapp 150 Schweine gehalten werden. Für solche Tierhalter gelte zum Schutz vor Tierseuchen bundesweit die Schweinehaltungshygieneverordnung, deren Einhaltung vom Amt kontrolliert werde. Priorität hätten wegen des besonders hohen Infektionsrisikos Schweinehalter, bei denen Tiere freien Auslauf haben oder ganz im Freiland leben.

Die ASP breitet sich etwa seit 2014 besonders in Osteuropa aus. Erst am Dienstag war der Virus bei einem Wildschwein im Westen Polens nachgewiesen worden.

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