So wird die neue Pendelbuslinie Mittelbach-Grüna verlaufen

Nach einer Verkehrsschau stehen die Fahrtstrecke und die Haltestellen fest. Doch Wünsche aus den Ortsteilen bleiben vorerst unerfüllt.

Mittelbach/Grüna.

Beinahe wären die Vertreter von Mittelbach und Grüna gar nicht gefragt worden. Doch nachdem die "Freie Presse" Ende Juli darüber berichtet hatte, dass eine E-Mail mit Informationen zur geplanten Pendelbuslinie 49 die beiden Ortsvorsteher zu spät erreichte, um noch rechtzeitig in einer Ortschaftsratssitzung darüber sprechen zu können, wurden Gunter Fix und Lutz Neubert doch noch eingeladen.

Bei einer sogenannten Verkehrsschau mit Vertretern der Verkehrsbehörde und des Tiefbauamtes der Stadtverwaltung, von Polizei, Verkehrsbetrieb CVAG sowie Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsbetrieb ASR konnten sie die Änderungswünsche zu Linienführung und Haltestellen vorbringen. Neubert, der an dem Tag verhindert war, wurde dabei vom Landtagsabgeordneten Peter Patt (CDU) vertreten.

Während sich die Grünaer mit dem von Rathaus und CVAG vorgeschlagenen Streckenverlauf und insbesondere den Stopps am Forsthaus und im Wohngebiet am Hexenberg zufrieden zeigten, brachte Fix die Vorschläge des Mittelbacher Ortschaftsrates vor. Dieser hatte sich dafür ausgesprochen, dass der von Grüna kommende Kleinbus ab der Aktienstraße zunächst die Mittelbacher Dorfstraße bis zum Ende entlangfährt und dort drei Haltestellen eingerichtet werden. Denn an der Dorfstraße wohnten viele potenzielle Fahrgäste, die sonst erst bis zur Hofer Straße laufen müssten. Zurück in Richtung Grüna könnte der Bus dann wie geplant auf der Hofer Straße fahren. Auch den vorgesehenen Standort einer Haltestelle an der Aktienstraße hielt der Ortschaftsrat für ungünstig, weil dort in einem Tempo-30-Bereich viele Autos am Straßenrand parkten.

Die Änderungswünsche der Mittelbacher wurden aufgenommen, bestätigten Uwe Albert von der CVAG und Gunter Fix jetzt auf Nachfrage. Mit der Inbetriebnahme der Linie zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember dieses Jahres könne allerdings nur einer davon umgesetzt werden: Der Standort der Haltestelle an der Aktienstraße werde in den Bereich der Grundstücke Nummer 1 und 1a verlegt, berichtete der Ortsvorsteher.

Um drei neue Haltestellen auf der Mittelbacher Dorfstraße einzurichten, sei die Zeit bis Mitte Dezember jedoch zu kurz, erklärte Albert. Da dafür Bauarbeiten mit Eingriffen in die Straßenentwässerung und andere unterirdisch verlegte Leitungen verbunden seien, müsse dafür durch die Stadtverwaltung zunächst ein Planungsauftrag ausgelöst werden, begründete er. Erst nach Vorliegen der Planung könne dann entschieden werden, ob die Haltestellen tatsächlich eingerichtet werden. In dem Fall müsse dann noch das notwendige Geld im städtischen Haushalt vorgesehen werden.

An den bereits feststehenden neuen Haltestellen lasse die CVAG bis Dezember Haltestellen-Stelen aufstellen. Das sei mit Kosten von 37.000 Euro verbunden, sagte Albert. Der Pendelbus, dessen Einführung 94.000 Euro im Jahr kostet, wird sieben neue und fünf bereits vorhandene Haltestellen - teilweise nur in einer Richtung - anfahren (siehe Grafik). Verkehren wird der Bus montags bis freitags zwischen 5.30 und 22 Uhr im Stundentakt.

Die neue Nahverkehrsverbindung wünschen sich vor allem viele Mittelbacher schon seit Jahren, weil es in ihrem Ortsteil im Unterschied zum benachbarten, aber ohne Auto für sie schlecht erreichbaren Grüna keinen Supermarkt, keine Sparkassenfiliale und keine Apotheke mehr gibt. Der Bus soll im Dezember zunächst für drei Jahre in Probebetrieb gehen. Danach soll seine Nutzung ausgewertet und entschieden werden, wie es weitergeht.

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