Sophias Familie: Große Hoffnung auf die Zeit nach dem Lockdown

Die Liebschs hoffen auf Hilfe für ein behindertengerechtes Auto. Für Ausflüge, bei denen auch die Tochter mitfahren kann.

Die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür. Für Familie Liebsch aus Einsiedel eine Zeit, auf die sie sich schon länger freut. Endlich etwas Ruhe im so stressigen Alltag, der durch die Coronapandemie noch komplizierter wurde.

Sophia, die jüngste Tochter der Familie, leidet unter einer schweren Stoffwechselkrankheit, wegen der sie weder reden, noch gehen oder stehen kann. Weil genetisch bedingt ein Enzym nicht hinreichend gebildet wird, lagern sich unter anderem im Gehirn Zwischenprodukte an, welche nicht weiterverarbeitet werden können. Ribose-5-Phosphat-Isomerase-Mangel ist eine der seltensten Krankheiten der Welt. Wegen ihr ist die Achtjährige auf einen speziellen Rollstuhl angewiesen. Außerdem löst die Krankheit bei dem Mädchen schwere epileptische Anfälle aus.

Vater Stefan, von Beruf Entwicklungsingenieur, arbeitet schon länger im Homeoffice und ist im Job sehr eingespannt. Umso mehr muss sich Mutter Susann um die drei Kinder kümmern, die jetzt, im zweiten Lockdown, alle zu Hause sind. Für die beiden älteren Söhne Jonas (12) und Jacob (10) war erst Schule daheim angesagt, Sophia wurde während der Schulzeit von einer Krankenschwester auch zu Hause begleitet. Jetzt haben sie Ferien, die Krankenschwester ist nicht mehr da. "Als Familie ist das sehr herausfordernd", sagt Stefan Liebsch.

Zu Weihnachten, wenn er frei hat, kann Vater Stefan seine Frau dann wieder besser unterstützen. An Heiligabend plant die Familie ein kleines Krippenspiel, später geht es vielleicht zum Gottesdienst.

Einen großen Wunsch können sich die Liebschs zum Fest aber noch nicht erfüllen: den nach einem behindertengerechten Auto, das auf Sophias Bedürfnisse angepasst ist. Einen Hubschwenksitz sollte es haben, den man nach außen klappen und herunterfahren kann. 8000 Euro kostet allein der Einbau dieses Sitzes, das Auto ist noch nicht dabei. Dank der "Freie Presse"-Aktion "Leser helfen" rückt das große Ziel näher: 29.000 Euro an Spenden waren bis zu Wochenbeginn auf dem Sammelkonto für Sophia eingegangen.

Stefan Liebsch zeigt sich begeistert über die Summe. Direkten Zuspruch habe er auch in der Firma bekommen. "Ich wurde auf die Spendenaktion angesprochen. Kollegen haben gesagt, wie toll sie das finden. Der Artikel wurde auch im Betrieb verteilt", erzählt er.

Im Idealfall wäre das künftige Familienauto groß genug, damit Sophias Rollstuhl und eventuell auch ihr Therapierad hineinpassen. Der Familienvater hofft, dass nach dem Lockdown wieder mehr gemeinsame Radausflüge möglich werden. Sophias Rad sei zwar halbwegs geländegängig, sodass sie im nahen Umfeld damit fahren kann. "Es ist aber auch schön, wenn man mal wegkommt. Gerade die Jungs wollen etwas zu tun haben. Der Klaffenbacher Spielplatz ist bei ihnen sehr beliebt. Wir würden auch unglaublich gerne in die Berge - zum Beispiel ins Erzgebirge - fahren", so Stefan Liebsch. Das Radfahren tue Sophia besonders gut. Auf Kommando strample sie mit.

Ihr Vater hat noch immer die Hoffnung, dass Sophia einmal laufen kann. Ihre nicht richtig ausgebildete Hüfte verhindere das noch. Im Januar muss das Mädchen zu einer Hüft-Operation. Danach werde verstärkt am Muskelaufbau gearbeitet. Die Radtouren und kontinuierliches Beintraining könnten dabei helfen.

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