Stadtgeflüster: Die Schlagerstars im Wasserschloß

Zu den "Schlagern des Sommers" in Klaffenbach tankten die Musiker zuerst Sonne - und wurden dann ziemlich nass.

Florian Silbereisen, Moderator und Gastgeber der TV-Party "Die Schlager des Sommers" war den Tränen nahe. Gerade hatte seine Show ein jähes Ende gefunden. Blitze, Donner, Regen wie aus Kübeln: Die Aufzeichnung der Freiluft-Show musste am Samstagabend unterbrochen werden. Die rund 3300 Gäste verkrochen sich in ihren Autos und im Wasserschloß. Es hätte das Ende eines Gute-Laune-Abends sein können - wurde es aber nicht. Denn die Chemnitzer und ihre Gäste blieben ihrem "Flori" und seinen 28 Gast-Musikern treu. Nachdem eine Stunde später Wetter-Entwarnung gegeben werden konnte, kamen fast alle Fans wieder in den Hof des Wasserschlosses zurück. "Ihr seid der Wahnsinn", rief Silbereisen gerührt seinen Zuschauern zu.

Thomas Anders, als langjähriges Modern-Talking-Mitglied nun auch im Schlagerzirkus daheim, hatte am Freitagabend noch kritisch gen Himmel geäugt. Da fand die Generalprobe zur Aufzeichnung statt. Zwar strahlte da noch die Sonne vom Himmel, am Horizont türmten sich aber schon die ersten Wolken auf. "Hoffentlich hält das Wetter. Ich würde es den Fans so sehr wünschen", sagte er. Kurz darauf tippte ihn ein Mann mit Käppi an: "Mensch Thomas, Du auch hier?!" Es war Musiker und Schauspieler Oliver Petszokat, kurz Oli P., der Thomas Anders fröhlich in die Arme fiel. Erst vor ein paar Wochen hatten sich die beiden im Studio getroffen und gemeinsam das Duett "We love to love" eingesungen.


Sarah-Jane Scott, aufstrebende Schlagersängerin, verdrehte derweil den Produktionsleuten der TV-Show mit ihrem knappen Outfit den Kopf. In einem bauchfreien Top unter ihrer High-School-Jacke winkte die in Pennsylvania, USA, geborene Sängerin wild mit ihrem Cowboyhut: Schaut her, ich bin die Neue am Schlagerhimmel! "Chemnitz ist ein tolles Pflaster für uns Musiker", sagte sie und freute sich, ihre Karriere von hier aus weiter anzukurbeln. Passend dazu sang sie ihren neuen Song "It's a beautiful life".

Bernhard Brink, Musiker und Moderator, ging mit breitem Grinsen über den Schlosshof, und das war alles andere als selbstverständlich. Noch vor vier Jahren war er selbst Gastgeber der "Schlager des Sommers". Bis Florian Silbereisen ihn in dem Job beerbte. Konkurrenz? Das kenne er nicht, so Brink. "Ich schätze die Arbeit als Moderator, aber ich liebe meinen Beruf als Musiker." Er genieße es, "nur" singen zu müssen und nicht die ganze Show zu dirigieren. "Er freue sich auf die TV-Ausstrahlung am 10. August im MDR. Sprach er und schlenderte Richtung Hotelterrasse, wo er gemütlich ein Käffchen trank - mit Bernd und Karl-Heinz Ulrich von den Amigos. Die blieben allerdings nur kurz sitzen, marschierten kurz danach in Richtung eines abgesperrten Pavillons hinter dem Schloss. Dort konnten sie nämlich in Ruhe rauchen.

Sonia Liebing, die waschbrettbäuchige Sportskanone unter den Schlager-Ladys, stützte hinter den Kulissen mit ihren durchtrainierten Armen ihren Ehemann. Der kam auf Krücken gehumpelt. "Ich hatte eine geplante Hüftoperation", sagte er. "Es geht mir aber schon besser." Offenbar. Keine zwei Minuten später hockte er, die Krücken angelehnt, wie ein Huhn auf der Stange auf dem Geländer am Wasserschloss-Teich.

Pia Malo, ebenfalls Musikerin, trug eine Jacke mit echtem Statement: "#Tochter" stand darauf. Sie ist der musikalische Nachwuchs von Olaf Malolepski, einem der "Flippers". Ständig werde sie gefragt, ob sie dessen Tochter sei. "Das ist auch gar nicht schlimm, denn ich liebe meinen Papa und schätze seine künstlerische Arbeit, seit ich denken kann." Deshalb sei sie auch so stolz, genau diese Jacke zu tragen. Die wurde nur recht schnell zu warm, denn am Freitag zur Generalprobe brannte ja zeitweise noch die Sonne vom Himmel. "So kann es bleiben", hatte auch Pia Malo zunächst noch Hoffnungen ins Wetter.

Semino Rossi, Musiker, konnte den Himmel anschmachten, wie er wollte. Am Ende kam es eben doch zur Regenschlacht. Zur Generalprobe saß er noch im Sommerhemd im Schlosshof. Doch dann zog er sich schnell den Smoking an. Klar, für den Bühnenauftritt. Aber vielleicht auch für den anschließenden Schwatz mit einem zur Party anwesenden Plattenboss.

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