Storchenpaar bekommt keine Junge

Sieben Nester sind in Mittelsachsen besetzt. 13 Mal hat sich Nachwuchs eingestellt. Nur in Burgstädt gab es Probleme.

Burgstädt.

Insgesamt 13 Junge sind dieses Jahr im Landkreis Mittelsachsen geschlüpft. "Das sind drei mehr als im Vorjahr", sagt Storchenbeauftragter Kai Schaarschmidt. Schon jetzt könne er sagen, dass es ein gutes Storchenjahr ist, zumal es gleich bei zwei Paaren Dreiergeburten - also drei Junge - gegeben habe. Sieben Horste seien in Penna, Polditz, Altmittweida, Niederschöna, Helbigsdorf, Neuwallwitz und Burgstädt besetzt. Während in sechs Nestern erfolgreich gebrütet wurde, hat Schaarschmidt erneut keinen Nachwuchs in Burgstädt gesichtet.

"Erst sah es so aus, als wenn es mit einer Brut klappen könnte", sagt der Experte. Das beringte Männchen, das auch schon im Vorjahr auf dem Schornstein an der Chemnitzer Straße ein Nest gebaut hatte, war wieder zusammen mit einer Partnerin angekommen. "Sie brüteten dann auch", fügt er hinzu.

Als dann aber die notwendige Brutzeit verstrichen und keine Jungen erkennbar waren, konnte man nur wieder ein erfolgloses Jahr verzeichnen, erzählt der Beauftragte. Interessant sei gewesen, dass im Juni dann ein anderer beringter Storch am Nest gesichtet wurde. "Mir wurden auch Auseinandersetzungen mit einem anderen Paar gemeldet", erläutert Schaarschmidt. Das lasse mehrere Vermutungen zu: Das Paar hat nach erfolgloser Brut das Nest verlassen. Es wurde von dem anderen Paar verdrängt. Das Gelege wurde beim Kampf zerstört. Oder es hat auch nur den Wechsel eines Partners gegeben. Aber auch das zieht dann den Verlust des Geleges nach sich, sagt Schaarschmidt. Aber das seien alles Vermutungen. Es könne durchaus sein, dass die Tiere noch zu jung seien und damit nicht geschlechtsreif.

Auch die Nahrungssituation scheint dieses Jahr zu passen. "Es war kein gutes Mäusejahr. Die Mäuse sind eigentlich die Hauptbeute", sagt Schaarschmidt. Da der Storch aber ein großes Beutetierspektrum habe, scheint er genügend andere Nahrung gefunden zu haben.

Doch Schaarschmidt warnt davor, generelle Schlussfolgerungen zu ziehen. "Auch wenn wir dieses Jahr ein gutes Storchenjahr hatten, ist das kein Beleg für eine besonders naturverträgliche Kulturlandschaft." Vielmehr sei es ein glücklicher Umstand gewesen, dass große Storch-Populationen in Spanien und Portugal im Südwesten weiter wachsen. Das hätte zur Folge, dass Störche dann auch weiter nach Mittelsachsen ziehen. Die Hitze verkraften die Vögel wohl recht gut, ergänzt er. Da sie im tropischen Afrika überwintern, sollten sie mit dem hiesigen Jahrhundertsommer kein Problem haben, sagt Schaarschmidt. Die Jungen würden von den Eltern jederzeit gut im Schatten beschützt.

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