Tödlicher Unfall: Gericht muss Urteil prüfen

Angeklagter geht in Revision - Haftstrafe in zweiter Instanz verhängt

Die juristische Aufarbeitung eines tödlichen Unfalls auf dem Südring im Juni 2018 geht abermals in die Verlängerung. Der 36-jährige Unfallverursacher, der Anfang vergangener Woche vom Landgericht zu einer Haftstrafe verurteilt worden war, ist in Revision gegangen. Das hat eine Sprecherin des Landgerichts auf Anfrage mitgeteilt. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

Das Landgericht hatte den Beschuldigten wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt und damit ein Urteil des Amtsgerichts aus erster Instanz bestätigt. Dagegen waren sowohl der Verteidiger als auch die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen.


Der Angeklagte hatte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe eingeräumt. Er gab an, sich am 4. Juni 2018 mit Freunden getroffen zu haben. Am Abend habe man sich entschieden, in Kolonne zu einem Schnellrestaurant zu fahren. Die Fahrt führte von der Zschopauer Straße auf den Südring Richtung Neefestraße. Was danach passierte, wisse er nicht mehr. Fahrer und Beifahrer der anderen vier Kolonnen-Fahrzeuge schilderten vor Gericht, wie der Angeklagte auf dem Südring plötzlich das Tempo anzog und über eine rote Ampel an der Kreuzung Helbersdorfer Straße fuhr. Dort kollidierte er mit dem Kleinbus eines 54-Jährigen, der bei Grün von rechts auf die Kreuzung gefahren war. Der 54-Jährige wurde schwer verletzt und starb noch an der Unfallstelle. Auch der Angeklagte und sein Beifahrer erlitten Verletzungen. Einem Gutachter zufolge war der Beschuldigte mit mindestens 100 Kilometern pro Stunde unterwegs. Zudem habe die Ampel zum Zeitpunkt der Kollision bereits für 15 Sekunden Rot gezeigt. Darüber hinaus hatte der Angeklagte 0,68 Promille Alkohol im Blut.

Weil der Angeklagte in Revision gegangen ist, muss sich nun das Oberlandesgericht (OLG) Dresden mit dem Fall befassen. Es verhandelt allerdings nicht, sondern prüft das Urteil auf rechtliche Fehler. Stellt es Fehler fest, muss das Landgericht Chemnitz erneut verhandeln. Beanstandet das OLG das Urteil nicht, ist es rechtskräftig. So oder so würden einige Monate ins Land gehen, so die Gerichtssprecherin.

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