Und Action - aber ohne Action

Einen ungewöhnlichen Film hat der Künstler Olaf Nicolai am Karl-Marx-Monument gedreht. Der Chemnitzer und seine Mitstreiter stellten Kameras auf einer Hebebühne vor dem Monument auf und filmten 24 Stunden lang - von Montagmittag bis Dienstagmittag - ein und denselben Ausschnitt der Bronzeplastik. Anhand des sich veränderten Lichteinfalls, aber auch mithilfe der dabei aufgenommenen Geräusche beispielsweise vom Straßenverkehr lasse sich so der Verlauf der Zeit dokumentieren, erklärt Nicolai, der die Aufnahmen als "abstrakt und hypnotisierend" bezeichnet. Mit dem Projekt wolle er Fragen nach der Vorstellung von Zeit aufwerfen, sagt der 58-Jährige. Den Termin zu Beginn dieser Woche habe er gewählt, weil da Tag und Nacht gleich lang waren. Der Film soll in Originallänge in Chemnitz gezeigt werden, wann und wo genau, sei aber noch offen. Nicolai hat sich vor allem als Skulpturenkünstler einen Namen gemacht und in seinen Werken immer wieder mit Utopien und dem Sozialismus beschäftigt. Das Film-Projekt ist Teil der Kunstreihe Gegenwarten, die in Chemnitz gezeigt wird.

22 Kommentare

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  • 1
    0
    Interessierte
    23.09.2020

    Ich habe mich schon gewundert über den Namen ...
    Nicolai wuchs in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, auf.
    Sein Bruder - ist der Musiker Carsten Nicolai....................

  • 7
    7
    Hinterfragt
    23.09.2020

    Nun, man kann froh sein, dass das Monument keine Arme und Hände hat.
    Der hätte sich sonst an die Stirn getippt ...