Verkehrsbehinderungen wegen Breitbandausbau bereiten Ärger

Noch bis Ende September gibt es in Hartmannsdorf Sperrungen auf mehreren Straßen. Die Gemeindeverwaltung will darauf achten, dass die Arbeiten zügig und ordentlich abgeschlossen werden.

Hartmannsdorf.

Baustellenabsperrungen, eingeengte Fahrbahnen, Abbiegeverbote, eine Ampel vor dem Kreisverkehr sowie fehlender Platz zum Parken und Halten behindern derzeit in Hartmannsdorf Auto- und Zweiradfahrer. Geschäfte, Sparkasse, Busplatz oder Freibad sind nur über Umwege erreichbar. Grund der Bauarbeiten auf verkehrsstarken Straßen ist laut Bürgermeister Uwe Weinert (CDU) der Ausbau des Breitbandnetzes im Ort. Zur Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend kündigte er an, dass ab der zweiten Septemberwoche eine weitere Sperrung im Einmündungsbereich der Oberen Hauptstraße in die Chemnitzer Straße folgt.

Das Unternehmen Envia-Tel verlege "von der Heiersdorfer Straße beginnend entlang der Ernst-Lässig-Straße und der Burgstädter Straße bis zur Leipziger und Chemnitzer Straße leistungsstarke Glasfaserinfrastruktur", bestätigte Anna Reinländer, Mitarbeiterin im Kaufmännischen Dienst von Envia-Tel. Der Telekommunikationsdienstleister des Energieversorgers Envia-M verlege dafür knapp zwei Kilometer Glasfaserleitungen, so Reinländer.


Der Glasfaserausbau erfolge im Tiefbauverfahren, erläuterte sie. Deshalb seien Verkehrseinschränkungen notwendig. Begonnen wurde mit den aktuellen Baumaßnahmen nach ihren Angaben Ende Juni auf der Ernst-Lässig-Straße. "Voraussichtlich Ende September wird der Ausbau des Breitbandnetzes fertiggestellt sein", kündigte die Sprecherin an.

Viele Anwohner und Pendler ärgern sich jedoch über die Behinderungen unter anderem auf der Chemnitzer und der Leipziger Straße sowie über die gesperrte Zufahrt zur Geschwister-Scholl-Straße, weil hinter den aufgebauten Absperrungen kaum Bauaktivitäten zu erkennen wären. Bei einem Gespräch mit den Verantwortlichen für den Bauablauf am vergangenen Dienstag hätten die Vertreter der Gemeinde darauf gedrängt, den Bau zügig durchzuziehen, sagte Weinert. Nicht nur die Bürger, auch Händler, Gewerbetreibende und Unternehmen warteten darauf, dass die Absperrungen wieder verschwinden und Zufahrten sowie Parkmöglichkeiten wieder ungehindert genutzt werden können. Ob manche Baustellenabschnitte früher als nötig eingerichtet wurden, wisse er nicht, so Weinert. Die für den Bauablauf Zuständigen hätten jedoch erklärt, es habe Havarien gegeben. Außerdem werde im Zuge der Arbeiten auch ein Niederspannungskabel mit in den Boden gebracht.

Laut Anna Reinländer gibt es bislang keine Verzögerungen im Bauablauf. "Die Arbeiten entsprechen dem Zeitplan", sagte sie. Finanziert würden die Bauarbeiten durch die Envia-M-Gruppe. Zu den Kosten gab sie keine Auskunft.

Die Gemeindeverwaltung will laut Weinert darauf achten, dass bei der Wiederherstellung von Fußwegen, Straßenrändern oder Grünflächen nicht zu Lasten der Kommune gespart wird. Derzeit liege der Fokus auf einem Areal an der Unteren Hauptstraße und der Ziegelstraße nahe einer Gedenktafel am Standort des ehemaligen Kriegsgefangenen-Stammlagers der Wehrmacht. Dort sei nach Bohrungen im Auftrag des Unternehmens noch nicht wieder alles in Ordnung gebracht worden. "Wir haben aber die Zusage, dass es noch geschieht", sagte der Ortschef. Vorrangig sei allerdings auch aus Sicht der Gemeinde, dass an Schwerpunkten wie der Einmündung der Geschwister-Scholl-Straße an der Leipziger Straße zügig gearbeitet wird.

Durch eine zusätzliche Ampelregelung auf der Leipziger Straße staut sich zeitweise der Verkehr auf der Umfahrung über den Kreisverkehr und die Limbacher Straße. Betroffen sind davon auch Busse. "Das führt bei einzelnen Fahrten zu etwas Verzug", sagte Henning Schmidt, Fachbereichsleiter Verkehr bei Regiobus Mittelsachsen, auf Anfrage der "Freien Presse". Bislang liege der Zeitverlust aber im beherrschbaren Rahmen, erklärte Schmidt. Die verlorenen Minuten könnten meist an den Haltestellen wieder ausgeglichen werden, da während der Schulferien das Fahrgastaufkommen niedriger sei als sonst üblich.

Die Gemeindeverwaltung habe beim jüngsten Gespräch mit dem Telekommunikationsdienstleister regelmäßige Informationen über die Baufortschritte gefordert, so Weinert. Bürger und Unternehmen erwarteten, dass es vorwärts geht, sagte er. Envia-Tel ist laut Reinländer nicht zum ersten Mal im Ort tätig. "2016 haben wir bereits das Gewerbegebiet an der Burgstädter Straße erschlossen und dabei Anschlüsse für Komsa, die Stadtmission, die Delta-Barth-Gruppe und die Firma Fritzsche hergestellt", sagte sie.

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