Verwaltungen wollen Eltern nach Geburt entlasten

Familienleistungen: Antrag kann noch in der Klinik ausgefüllt werden

Weniger Papierkram, mehr Zeit für das Neugeborene - frischgebackene Eltern sollen ab sofort entlastet werden. Mit einem Formular können sie bereits im Krankenhaus Familienleistungen, die ihnen nach der Geburt zustehen, beantragen. Dazu zählen Kindergeld, die zweite Zahlung des Mutterschaftsgeldes und der Familienpass Sachsen.

Vor oder nach der Geburt ist es für Eltern möglich, das dreiseitige Formular im Krankenhaus auszufüllen und abzugeben, erklärte Sylvio Herzog, Leiter der Familienkasse Sachsen, die das Projekt initiierte. Dazu unterschrieben das Klinikum, das DRK-Krankenhaus Rabenstein, die Familienkasse und die Stadtverwaltung am Montag eine Vereinbarung. Durch den Vertrag entfallen für alle Eltern, deren Kind in einer der zwei Kliniken zur Welt kommt, Behördengänge nach der Geburt. Die Familien erhalten das Kindergeld automatisch durch die Familienkasse ausgezahlt, sagte Herzog. Auch die zweite Zahlung des Mutterschaftsgeldes durch die Krankenkasse werde schnell angewiesen. "Die Familien müssen sich um nichts kümmern. Die Behörden leiten die Anträge, wie den auf das Mutterschaftsgeld, untereinander weiter", so Herzog. Den Familienpass, mit dem der Eintritt in Landeseinrichtungen wie Museen und Burgen kostenfrei ist, können Eltern mit mindestens drei Kindern oder Alleinerziehende mit zwei Kindern beantragen. Herzog sagte, Chemnitz sei nach Hamburg die zweite Kommune in Deutschland, die Eltern nach der Geburt derart von Bürokratie entlaste. Dazu entwickelten die vier Einrichtungen ein neues Formular, in dem etwa der Kindergeldantrag stark reduziert wurde. "Wir wollen Bürokratie abbauen", so Sozialbürgermeister Ralph Burghart.


Eine Chemnitzerin, die kürzlich entbunden und das Modell im Klinikum getestet hat, lobt das vereinfachte Verfahren. "Es ist sehr gut, weil man zu Hause weniger Papierkram zu erledigen hat." Das Ausfüllen des Formulars sei leicht. Im Vergleich zu früher, als die Leistungen nach der Rückkehr aus der Klinik getrennt beantragt werden mussten, würden Eltern wirklich entlastet, so die zweifache Mutter.

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