Warum Models festliche Trends zwischen Eis und Kaffee zeigen

Die City-Händler veranstalten einen Fashion Day und wollen den Verkauf trotz Corona-Schranken ankurbeln - zum Beispiel mit Laufstegen an ziemlich ungewohnten Orten.

Die Modenschauen: Rote Teppiche zwischen gedeckten Tischen - dort, wo die Menschen Eis schlecken und Cappuccino schlürfen, defilierten am Samstag Mannequins. Im Atrium der Rathaus-Passagen wurden diesmal für die Händlerinitiative Fashion Day Laufstege aufgebaut. Sven Hertwig, als Standortkoordinator der Rathaus-Passagen und des Rosenhofes Organisator des Aktionstages, erklärte: "Wir wollten dem Publikum Abstand und Sicherheit bei den Schauen bieten, also sind wir in die größtmöglichen Räumlichkeiten gegangen, die uns zur Verfügung standen." In den vergangenen Jahren wurden die Schauen vor und in den einzelnen Geschäften vorgeführt. Tilo Morgenstern, Inhaber der Modeboutique Blob, dazu: "Die neue Variante finde ich besser. Denn so können wir Händler uns in größerer Breite zusammen präsentieren." Um die Modenschau im Innenhof der Rathaus-Passagen zwischen den Tischen des Eiscafés Bellini sehen zu können, wurden Besucher gebeten, sich anzumelden. Vom Obergeschoss aus konnten sie nach einer kurzen Registrierung die etwa stündlich laufenden Präsentationen ohne Mund-Nasen-Schutz anschauen. Auch ein weiterer Laufsteg wurde an ungewohnter Stelle aufgebaut. Die Kollektionen der am Rosenhof angesiedelten Händler wurden diesmal in den Räumen der Galerie Weise vorgeführt. "In diesem Ambiente habe ich meine Galerie auch noch nicht erlebt", so Inhaber Bernd Weise. "Ich kann mich an den Anblick der Mode und der Models aber gut gewöhnen."

Das Drumherum: Der Fashion Day sollte nach Angaben der Organisatoren nicht nur Modetrends präsentieren, sondern auch die Lebensart in Chemnitz in den Mittelpunkt stellen. Deshalb wurden zum Beispiel in den Räumen der Galerie Weise nicht nur Laufstegschauen gezeigt, sondern auch - zum Ort passend - Kunstkurse geboten. Künstlerin Lydia Thomas hatte zu Workshops eingeladen. Und freute sich über die Resonanz. Bis zu sechs Personen konnten am gemeinsamen Erschaffen eines kleinen Werkes teilnehmen. Die Nachfrage war laut Bernd Weise groß. In den umliegenden Restaurants brachten die Gastronomen besondere Küchenkreationen auf die Tische oder mixten spezielle Fashion-Day-Cocktails. Die Tanzschule Köhler-Schimmel gab Extrakurse. Hertwig: "Es ist uns wichtig zu zeigen, dass die Innenstadt ein lebenswerter Ort mit vielen Facetten ist."

Die Trends: "Die Achtziger kommen zurück", sagte Modelagenturchefin Sandra Hodik. "Schulterpolster, hochgeschnittene Taillenhosen und Karos sind angesagt." Und sie verriet einen weiteren Trend: In den Geschäften hängt künftig besonders viel Kleidung aus Kunstleder. Hodik erklärt das so: "Viele junge Menschen achten auf den Tierschutz, wollen aber trotzdem das schimmernde Gewebe tragen."

Video: Das wurde am Samstag präsentiert

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