Was sich in der Schollschule ändert

In den Sommerferien werden alle Heizkörper erneuert. Bis Ende 2019 stehen weitere Arbeiten an. Längerfristig will das Rathaus zudem ein grundlegendes Problem lösen.

Limbach-Oberfrohna.

Zu Beginn eine gute Nachricht: Die Schüler der Geschwister-Scholl-Oberschule in Limbach-Oberfrohna mussten in den vergangenen Wintern nicht frieren. Die Heizungen funktionieren. Das ist nicht selbstverständlich, denn die Heizkörper stammen zum Teil noch aus den 1960er-Jahren, als die Plattenbauschule parallel zum Wohngebiet Am Hohen Hain entstand. Sie sind mit ihrer Rippenstruktur nicht mehr zeitgemäß, die Farbe blättert ab.

Auf ein Experiment, wie lange die Heizungen noch durchhalten, lässt sich die Stadtverwaltung nicht ein. In dieser Woche, pünktlich zu Beginn der Sommerferien, wird die Sanierung der Bildungseinrichtung fortgesetzt. Die Heizungsanlage bildet dabei den ersten Schwerpunkt. Die Heizkörper in allen Räumen werden ersetzt. Michael Claus, Stadtentwicklungs-Chef im Rathaus, verspricht eine "hohe Arbeitsdichte, damit die Klassenräume nach sechs Wochen wieder nutzbar sind" - also wenn das neue Schuljahr anfängt. Parallel wird der Heizkessel im Keller ausgetauscht. Laut Claus wird die neue Anlage nur etwa halb so viel Energie verbrauchen wie die alte.

Schüler und Lehrer erwarten nicht nur neue Heizungen, sondern auch neue Waschbecken in den Unterrichtsräumen. Diese sind in die Jahre gekommen und werden bis Mitte August ebenfalls ersetzt. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Wasserleitungen, die bisher sichtbar sind, mit einer Wandverkleidung versehen. Weitere Sanierungsschritte folgen bis Ende 2019: Das Dach wird erneuert, die Wände werden gemalert und alle Bodenbeläge ersetzt. Letzteres soll in den Sommerferien 2019 geschehen und ist besonders nötig: Das Parkett ist stark abgenutzt und zum Teil gar nicht mehr als solches zu erkennen. Laut Claus investiert die Stadt insgesamt etwa 1,9 Millionen Euro.

Die Sanierung der Geschwister-Scholl-Schule hat eine lange Vorgeschichte. Seit Anfang der 1990er-Jahre rückten Handwerker immer wieder an und nahmen sich verschiedene Bereiche vor. So flossen bereits etwa 1,6 Millionen Euro in Elektrik, Sanitäranlagen, Brandschutztüren und eine Rettungstreppe. Diese wurde nicht an der Fassade, sondern auf dem Dach des Verbindungsbaus zwischen den beiden Hauptgebäuden installiert. "Wenn das eine Treppenhaus verraucht ist, können Schüler und Lehrer so über das Dach in das andere gelangen", erklärte Claus die Brandschutz-Strategie.

Der stellvertretende Schulleiter Steffen Glöckner brachte bei einem Vor-Ort-Termin seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Stadt in die Einrichtung investiert. Zugleich machte er darauf aufmerksam, dass die Vorhaben auch Arbeit für die Lehrer mit sich bringen: "Wir müssen alles ausräumen", stellte Glöckner fest. Zugleich fragte er, warum sich die Sanierung über einen derart langen Zeitraum erstreckt. "Es stört mich, dass innerhalb von drei bis fünf Jahren nicht alles erledigt wurde", sagte er. Claus erwiderte, beim Ausräumen werde der Hausmeister den Lehrern helfen. Und bei einer Komplettsanierung hätte die Schule nach seinen Angaben umziehen müssen. Ein geeignetes Gebäude gebe es in der Stadt aber nicht. Claus verwies zudem auf die langen Planungszeiträume. "Alles auf einmal geht nicht", schlussfolgerte er.

Restlos zufrieden mit dem Zustand der Oberschule werden die Verantwortlichen auch Ende 2019 nicht sein. Die Einrichtung muss mit dem ungewöhnlichen Umstand leben, auf zwei Standorte verteilt zu sein. Das Plattenbaugebäude allein ist für die gut 300 Schüler zu klein. Deshalb sind die Klassenstufen fünf bis sieben in der Kita Am Hohen Hain untergebracht. Zwar trennt die beiden Standorte nur etwa 100 Meter. "Eine Schule in zwei Gebäuden ist aber nicht die optimale Variante", sagte Glöckner. Die Stadtverwaltung teilt diese Meinung. Laut Oberbürgermeister Jesko Vögel könnte in den nächsten drei bis vier Jahren ein Anbau entstehen. Die Räume im Kindergarten könnten dann aufgegeben werden. Konkrete Planungen gibt es aber noch nicht. Von der Realisierung des Anbau-Vorhabens hängt auch ab, in welcher Form die Sportanlagen modernisiert werden.

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