Weihnachtsmenü für 100 Kinder im Hotel

Der Rotary-Club hat Schüler zum Essen eingeladen. Die Aktion sollte auch dazu dienen, Wissen zu vermitteln.

Schloßchemnitz/Sonnenberg.

Gänsebraten, Rotkraut, Klöße. Ein klassischeres Weihnachtsessen ist kaum vorstellbar. Was hierzulande in den meisten Familien an mindestens einem der beiden Feiertage auf den Tisch kommt, durften sich rund 100 Kinder im Penta-Hotel schon am Mittwochmittag schmecken lassen. Der Rotary-Club Chemnitz-Schloßberg veranstaltete in dem Haus an der Salzstraße erstmals ein Weihnachtsessen. Eingeladen waren Kinder aus dem Hort der Pestalozzischule, der Grundschule Altchemnitz sowie der Gruuna-Schule im selben Stadtteil. Bevor die Teilnehmer an den runden, festlich gedeckten Tischen zu Messer und Gabel greifen konnten, las Stadtkämmerer Sven Schulze von einem Ohrensessel aus eine von ihm selbst verfasste Weihnachtsgeschichte über einen "Schneider vom Sonnenberg" vor, dem ein kleines Mädchen die Lebensfreude zurückbringt.

Die Idee für das Weihnachtsessen hat auch mit einem Projekt zu tun, das der Rotary-Club seit Jahren im Hort der Pestalozzischule, ebenfalls auf dem Sonnenberg, betreibt. "Pädagogischer Mittagstisch" nennt es sich, Kinder sollen darüber an gesunde Ernährung herangeführt werden. "Nicht selten wissen selbst Grundschüler heutzutage nicht mehr, wie eine Kartoffel oder eine Paprikaschote aussieht. Und trotz zahlreicher Kochsendungen im TV haben viele keine Ahnung, was gut gemachtes Essen ist", sagt Projektleiter Peter Groll vom Rotary-Club. Den Worten von Hortleiterin Grit Müller zufolge organisieren Kinder der Einrichtung das Mittagsessen selbst, von der Planung über die Zubereitung bis zum Abwasch. Acht Kinder seien jeweils zuständig, die Teams wechseln wöchentlich. "Aber jeder ist mal dran", so Müller.

Mal gebe es warme Speisen, wie Nudeln mit Spinat oder Eintopf mit Hühnerfleisch, mal kalte, zum Beispiel Salate oder auch belegte Brötchen. Hauptsache frei zubereitet, Hauptsache gesund - das seien das Motto und das Ziel. "Viele Kinder würden am liebsten jeden Tag Pizza essen. Die gibt es auch mal - aber nur mit viel Gemüse belegt", so Müller. In Zeiten, in denen Kinder oftmals mit Süßigkeiten in der Brotbüchse in die Schule kommen, sei es notwendig gegenzusteuern. Das gemeinsame Kochen führe viele Kinder zudem erstmals an das Thema Essenszubereitung heran. Nicht allerdings Theresa Fiedler, die die Pestalozzischule besucht. "Meine Mutter hat darauf geachtet, mich so früh wie möglich dabei einzubeziehen. Ich stand schon mit drei Jahren erstmals in der Küche", so die Drittklässlerin. In der Gruuna-Schule, einer Schule zur Förderung von Legasthenikern an der Saydaer Straße, gibt es das Projekt bislang nicht. "Dafür kommen öfter Ernährungsberater zu uns, die über die Thematik aufklären", so Lehrer Benjamin Huke.

Ob das Weihnachtsessen im Penta-Hotel eine einmalige Angelegenheit bleibt oder nächstes Jahr wiederholt wird, ist noch unklar. "Das müssen wir sehen. Mit dem Ablauf in diesem Jahr sind wir aber sehr zufrieden", so Peter Groll.

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