Wie eine 21-Jährige erfolgreich in einer Traditionsbranche agiert

Seit Jahren produziert und verkauft ein Unternehmen in Neukirchen erzgebirgische Holzkunst. Seit 2017 lenkt eine Frau die Geschicke im Betrieb. Für ihre Arbeit gab es jetzt eine Auszeichnung.

Neukirchen.

Für sein Kunsthandwerk ist das Erzgebirge weltweit bekannt. Auf die hohe Qualität dieser Sparte wird dabei von verschiedenen Seiten geachtet, um etwa gegen Nachahmer, die billig in Fernost produzieren lassen, bestehen zu können. Deshalb vergibt der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller regelmäßig die Auszeichnung "Fachgeschäft des Jahres".

In diesem Jahr ging diese Ehrung an Celine Lubojanski. Seit etwa zweieinhalb Jahren ist sie die Inhaberin des Geschäfts "Kunsthandwerks am Stern" in Neukirchen und damit auch Chefin von acht Mitarbeitern. Ihr Betrieb wurde dem Vorstand des Verbandes vorgeschlagen, der sich dann für sie entschied. "Als Gründe wurden das abwechslungsreiche Sortiment, die anschaulich präsentierte Ware, die regelmäßig veränderte Schaufensterdekoration und das Personal, das eine umfangreiche Beratung bietet, genannt", sagt Celine Lubojanski und ergänzt: "Außerdem wurden auch die gut ausgebaute Infrastruktur, das heißt zentrale Lage, großer Parkplatz und große Terrasse, sowie unser eigenes Café neben dem Geschäft erwähnt."


Im Rahmen einer Fachhandelsringtagung in Crottendorf wurde der Preis an Celine Lubojanski verliehen. Die 21-Jährige erhielt eine Urkunde, ein Schild zum Aufhängen sowie ein Preisgeld. "Ich war von der Auszeichnung schon sehr überrascht. Für mich ist das eine hohe Anerkennung, da ich mit 21 Jahren noch ein Küken in der Branche bin", erklärt sie. Gleichzeitig sei es auch ein Ansporn, den Kundenansprüchen gerecht zu werden und im kommenden Jahr beispielsweise neues Mobiliar anzuschaffen. Im Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller haben sich rund 60 Hersteller Erzgebirgischer Holzkunst zusammengeschlossen. Dazu gehört die Genossenschaft Dregeno in Seiffen mit ihren etwa 130 Handwerksfirmen. Zur Förderung der Traditionspflege und zur kreativen Weiterentwicklung der erzgebirgischen Holzkunst vergibt der Verband seit 1995 zudem jährlich den Designpreis "Tradition und Form". Ein Bestandteil des Verbandes ist der Fachhandelsring Erzgebirgische Volkskunst. Er verbindet Händler aus Deutschland mit ihren circa 100 Fachgeschäften, die sich für eine niveauvolle Präsentation der Holzkunsterzeugnisse aus dem Erzgebirge einsetzen. Celine Lubojanski ist als Produzentin und Verkäuferin von Erzgebirgischer Holzkunst in beiden Organisationen vertreten. Sie bringt sich vor allem bei Fragen ein, bei denen eine junge Sichtweise wertvoll ist. Sie sagt: "Schon als Kind bin ich mit meinem Papa immer in die Werkstätten gefahren. Er hat mich mit seiner Begeisterung für die Erzgebirgische Holzkunst angesteckt."

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