Wirtschaft startet Bürgerdialog um neue Straßenbahntrasse

Vertreter von Firmen und Nachbarkommunen haben ihre Wunschvariante für die Stufe 4 des Chemnitzer Modells vorgestellt. Das Echo war eindeutig.

Röhrsdorf.

Üblicherweise beginnt die Bürgerbeteiligung an großen Bauvorhaben bei Vorliegen der ersten Planentwürfe. Im Fall der Stufe 4 des Chemnitzer Modells, also der Straßenbahntrasse von Chemnitz nach Limbach-Oberfrohna, wollten Vertreter von Unternehmen und Nachbarkommunen aus dem Norden von Chemnitz nicht so lange warten. Deshalb hatten sie am Montagabend zum Bürgerdialog in ein Lagergebäude des Chemnitz-Centers eingeladen.

Ihr Anliegen: Im Beisein der Verantwortlichen des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) als Bauherr, des Baudezernates und des Verkehrsbetriebes der Stadt sollten vor allem Einwohner von Röhrsdorf von den Vorteilen einer Trassenführung entlang der Leipziger Straße überzeugt werden. Der bisher vorgesehene sogenannte Untersuchungskorridor schließt dagegen die Chemnitzer und Limbacher Straße, die mitten durch Röhrsdorf führen, ein.


Vor etwa 200 interessierten Bürgern aus Chemnitz, Hartmannsdorf, Burgstädt und Limbach-Oberfrohna plädierten die Vertreter im Podium für die nördliche Trassenführung. "Starke Unternehmen kommen nur, wenn die Infrastruktur stimmt", sagte Thomas Stoyke, Manager des Chemnitz-Centers. Der Leiter Infrastruktur des Siemens-Werkes, Arne Luhmann, und der Leiter des Thyssenkrupp-System-Engineering-Werkes in Hohenstein-Ernstthal, Frank Riemer-Keller, wünschten sich eine bessere Erreichbarkeit ihrer neuen Röhrsdorfer Standorte mit öffentlichen Verkehrsmitteln - auch, weil dann weniger Fläche für Parkplätze verloren gehe.

Für Hartmannsdorf kündigten Bürgermeister Uwe Weinert und Komsa-Vorstandsvorsitzender Uwe Bauer einen Pendelbus in die Gemeinde an, wenn die Straßenbahntrasse über den Kreisverkehr am Abzweig nach Wittgensdorf geführt wird. Auch der Geschäftsführer von Fliesen-Thomas in Burgstädt, Jürgen Thomas, die kaufmännische Leiterin der Warema Sonnenschutztechnik in Limbach-Oberfrohna, Annemarlen Giesbrecht, und Sven Richter, Tiefbau-Leiter der Stadt Limbach-Oberfrohna, sprachen sich für einen schnellen Trassenneubau aus.

Aus dem Publikum gab es keinen Widerspruch. Auf Detailfragen zu Haltestellen und Trassenverlauf an der Leipziger Straße dämpfte VMS-Geschäftsführer Harald Neuhaus allerdings die Erwartungen: Entwürfe zum ersten Abschnitt innerhalb von Chemnitz werden frühestens in zwei Jahren vorliegen, sagte er. Baubürgermeister Michael Stötzer versprach, dass alle Pläne rechtzeitig in den betroffenen Stadt- und Ortsteilen vorgestellt werden.

Bewertung des Artikels: Ø 3.5 Sterne bei 4 Bewertungen
5Kommentare
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  • 5
    0
    H1D2M18
    14.08.2019

    Hallo
    @cn3boj00 wie von @MuellerF im Bild verlinkt entlang der LeipzigerStr Stadtauswärts auf der rechten Seite entlang des "Küchwaldes" bis Höhe Kreuzung Wittgensdorfer/Leipziger Str. dort Wechsel auf die linke Seite Stadtauswärts - vorbei am Botanischen Garten über die Ex Bahnstrecke (Brücke Erweiterung was aber schon vorgeplant ist) u weiter entlang der LeipzigerStr (große Freifläche wo mal die Berufsschule der Bahn stand) bis zu Wendeschleife Borna.

    Nun soll es einen Bogen geben. Zwischen Bornaer Str und Auerswalder Str damit man die Strecke hinter die Bebauung der Ludwigsburgstr bekommt. Dannn weiter über den "Acker" , über die Autobahn und am Ende des ChemnitzCenters wo heute der Marktkauf ist kommt die Straßenbahnstrecke an.

    Lt Karte bei Google ist das zZt alles "Grünfläche"
    So jedenfalls war es mal in einer Planung enthalten. Weiter ist unbekannt

    Ich frage mich eher warum dauert das so lange und warum hat man den Chemnitz Abschnitt nicht schon längst fertig bzw zumindest angefangen ?
    MfG

  • 4
    2
    cn3boj00
    14.08.2019

    @Mueller.. na ja auf dem Bild hier kommt die Bahn jedenfalls nicht über die Leipziger Straße denn dann müsste sie ja übers Autobahnkreuz kommen. Aber ich lass mich da überraschen. Vielleicht macht sie in Borna ja noch einen weiten Bogen.

  • 4
    2
    MuellerF
    14.08.2019

    @cn3boj00: Meines Wissens nach führt die Trasse ausgehend vom Falkeplatz über die Theaterstr & Hartmannstr. auf die Leipziger Str.
    Siehe hier: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f2/Karte_Chemnitzer_Modell.png

  • 13
    3
    cn3boj00
    14.08.2019

    Was solls. Bis die Bahn kommt bin ich vermutlich unter der Erde. Die Argumente der Unternehmen sind teilweise nachvollziehbar. Diskussionswürdiger finde ich die Trassenführung innerhalb von Chemnitz, die wohl irgendwo durchs Nirvana geht und nicht dort, wo die Menschen wohnen.

  • 9
    1
    Lesemuffel
    14.08.2019

    Wer als Limbacher erwartet hatte, zu erfahren, wie die Linienführung einer S t r a s s e n b a h n sein wird, war enttäuscht. Das Bekenntnis der Wirtschaft zur Notwendigkeit machten die Vertreter der Wirtschaft deutlich. Wenn von 600 Siemens-Beschäftigten nur 24 die extra eingerichtete Buslinie nutzen, dafür aber zusätzliche Flächen für Parkplätze gekauft werden mussten, stellt sich die Frage, ob es dann mehr Nutzer werden, wenn anstelle der Bushaltestelle hinter dem Werk eine Bahnhaltestelle vor dem Werk entstanden ist. Und für die Limbacher soll sich etwas verbessern, wenn die alte Bahnlinie genutzt wird? Die wurde bekanntlich eingestellt, mangels Passagieraufkommen. Nun, viele Leute werden wohl überhaupt wenig davon haben. Vor 2030 geht wohl nichts



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