Zerstörte Lagerhalle: Verdacht auf Brandstiftung

Abriss des Gebäudes voraussichtlich am Dienstag - Eigentümer plant keinen Wiederaufbau

Kaßberg.

Nach dem Brand einer Lagerhalle an der Straße Borssenanger ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Dies gaben die Beamten am Freitag bekannt. Zwar könne eine technische Ursache noch nicht vollständig ausgeschlossen werden, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage der "Freien Presse". Aber der Verdacht gehe stark in die Richtung, dass das Feuer bewusst gelegt wurde.

In der Nacht von Montag auf Dienstag war das Gebäude, in dem mehrere Fahrzeuge geparkt waren und Handwerker ihre Werkstätten und Lagerräume hatten, durch die Flammen zerstört worden. Personen wurden dabei nicht verletzt, die Polizei schätzte den Sachschaden auf eine halbe Million Euro.

Laut Gebäude-Eigentümer Gert Seifert soll die Lagerhalle voraussichtlich am kommenden Dienstag abgerissen werden. Ein von seiner Versicherung beauftragter Statiker habe das Bauwerk am Donnerstag überprüft und bestätigt, dass durch das Feuer tragende Bauteile beschädigt wurden. Insbesondere das Dach, das zum Teil bereits während des Brandes einstürzte, sei nicht reparabel. Einen Neubau an Ort und Stelle werde es laut Seifert nicht geben. "Ich bin jetzt 66 Jahre alt, es lohnt sich nicht mehr, so viel Geld zu investieren. Stattdessen werden wir etwas für die Natur tun und dort eine Blumenwiese anpflanzen." Bezüglich der Tätersuche vermutet Seifert, dass jemand mit Ortskenntnissen die schwer zugängliche und von der Straße aus nicht einsehbare Halle angezündet habe.

Die rund 650 Quadratmeter große Lagerhalle wurde von zwei Taxiunternehmen, einer Zimmerei, einem Steinmetz und einem Landschaftsbauer genutzt. Seifert befürchtet, dass es für seine bisherigen Mieter schwer wird, eine Alternative in vergleichbarer Lage mit ähnlichen Mietpreisen zu finden. Er unterstütze sie aber bei der Suche nach einer provisorischen Lösung, sagte Seifert. Für die Unternehmer und Handwerker sei es wichtig, dass es möglichst bald mit ihrer Arbeit weitergehen könne.

Etwa 60 Feuerwehrleute waren an dem Einsatz beteiligt. Sie hatten mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen: Das Gebäude ist nur von einer Seite begehbar, direkt dahinter fließt ein Bach. (schab)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...