Adlige zieht es als Kantorin ins Erzgebirge

Susanne von Strauch hat in den Kirchgemeinden Gelenau, Thum und Jahnsbach ihren Dienst aufgenommen. Für ihre neue Wahlheimat hat sie eigens das Klöppeln gelernt.

Thum.

"Der Beruf als Gemeindekantorin ist für mich der schönste auf der Welt", sagt Susanne von Strauch (57). Und dabei ist es wahrscheinlich nicht nur ein Beruf, sondern schon eine Berufung, die sie nun schon seit 38 Jahren mit viel Liebe zur Musik ausübt. Nach ihren bisherigen Stationen Dresden, Potsdam, Halle/Saale, Berlin, Bremen kommt nun das Erzgebirge an die Reihe: Susanne von Strauch ist seit Pfingsten die Kantorin der Kirchgemeinden Gelenau, Thum und Jahnsbach.

Die gebürtige Dresdnerin kam im letzten Jahr nach Geyer und hätte, auch aufgrund der knappen Mittel der Kirchgemeinden für die Musik, gar nicht gedacht, eine Stelle zu finden. "Dann ging alles ganz schnell. Durch meine Freundin, die selbst Kantorin im Erzgebirge ist, wurde ich aufmerksam und es hat geklappt", erzählt von Strauch, die von den Gemeinden herzlich aufgenommen wurde. Auf ihren Nachnamen angesprochen, klärt sie auf: "Ein Vorfahre meines Mannes arbeitete für einen Fürsten und dieser wurde samt Bedienstete in den Adelsstand erhoben."

Die Aufgaben der neuen Kantorin sind vielfältig: So wird sie in Thum und Jahnsbach die Kirchenchöre übernehmen sowie die Kurrende und den Instrumentalkreis in Gelenau. An Arbeit wird es ihr nicht fehlen, und sie kann sich in ihrem Feld als Gemeindekantorin mit Herz und Seele betätigen. "Denn der Beruf ist vielseitig - singen, dirigieren, spielen, komponieren und eben die Verkündigung von Gottes Wort durch die Musik, die an erster Stelle steht", sagt von Strauch.

Schon als Kind habe sie die Musik fasziniert, hat zehn Jahre Klavierunterricht genommen. Die Mutter war Musiklehrerin, der Vater Komponist. "Dann wurde ich hinter meinem Rücken von meiner Klavierlehrerin bei der Hochschule für ein Klavierstudium angemeldet - aber ich schlug dann jedoch die Richtung Kirchenmusik ein", erinnert sich von Strauch. Auch mit ihrem Mann Gottfried teilt sie die Liebe zur Kirchenmusik - er ist ebenfalls Kantor und derzeit in Bremen beruflich gebunden. "Auch wenn der Dienst den ganzen Tag umfasst, so ist ein Privatleben wichtig", sagt Susanne von Strauch. Auch Sohn und Tochter sind musikalisch, spielen Trompete und Blockflöte.

Die prägendste Zeit war für Susanne von Strauch die von 26 Jahren in Bremen. Da habe sie Mozartmessen, Bachkantaten, aber auch viele kleinere Stücke aufgeführt. "Und ganz wichtig ist bei allem, dass alle Altersgruppen mit einbezogen werden und alle gemeinsam musizieren zur Ehre Gottes", sagt Susanne von Strauch. Mozart hört sie privat am liebsten, an der Orgel ist es Johann Sebastian Bach und ihr Lieblingslied ist "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt". Und dieses Schiff will Susanne von Strauch in Gelenau, Thum und Jahnsbach musikalisch lenken. "Gerade die Traditionen hier im Erzgebirge weiterzuführen", das fasziniere die neue Kantorin, die extra für das Erzgebirge das Klöppeln gelernt hat. Und die Handarbeitstechnik will sie mit der Musik verbinden. Ein Schauklöppeln bei Kaffee und Kuchen schwebt der neuen Kantorin, die offen für Neues ist, vor.

Morgen um 19.30 Uhr findet ein fröhlicher Abend im Kirchgemeindehaus Thum mit dem Kirchenchor statt.

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