Amerikanerin freut sich auf Weihnachten

Molly Sansoucy aus dem US-Bundessstaat Kentucky wohnt und lernt für ein Jahr in Elterlein. Sie hatte Glück - denn im Kreis findet sich nicht immer eine Gastfamilie.

Elterlein.

Grauer Himmel, Regen und kühle Temperaturen stören Molly Sansoucy nicht. Obwohl bei ihr zu Hause im US-Bundesstaat Kentucky dieser Tage um die 25 Grad herrschen, fällt es ihr nicht schwer, mit dem erzgebirgischen Herbst zurechtzukommen. Und auf die draußen kalte, drinnen gemütliche Weihnachtszeit freut sich die 16-Jährige besonders. Denn sie hat schon viel über die deutsche Weihnacht gehört. Von insgesamt vier Austauschschülerinnen, die bei Molly Sansoucys gewohnt haben, als diese ein Kind war.

Nun lebt Molly Sansoucy selbst in einer Gastfamilie. Sie ist über das Austauschprogramm des Bundestages ins Erzgebirge gekommen. Ein Jahr lang lebt sie in Elterlein und besucht dort die Freie Oberschule. Dass das klappt, hat auch mit einer guten Portion Glück zu tun, denn: Nicht immer finden sich im Erzgebirge Gastfamilien für die jungen Amerikaner, die hier ein Jahr leben wollen, sagt der Bundestagsabgeordnete Günter Baumann (CDU). Er ist in der Region für den Bundestags-Schüleraustausch verantwortlich. Baumann vermutet, dass viele Familien nicht wissen, dass das Austauschprogramm im Kreis Gastfamilien sucht. Er hält aber auch für möglich, dass manche sich nicht vorstellen können, ein Jahr lang einen amerikanischen Jugendlichen bei sich aufzunehmen. Möglicherweise, weil sie selbst nie Erfahrung mit Schüleraustausch gemacht haben, sagt Baumann.

Molly Sansoucy fühlt sich in ihrer Gastfamilie sehr wohl. "Es ist perfekt", sagt sie. Ihre 13 Jahre alte Gastschwester besucht dieselbe Schule wie Molly Sansoucy. Und auch die Stadt Elterlein gefällt der Amerikanerin: "Es ist klein und hübsch und deutsch." Typisch seien vor allem die vielen Bäckereien. Diese gehören für sie nicht nur in ein typisch deutsches Stadtbild, sondern liefern auch eine ihrer hier entdeckten Leibspeisen: deutsches Brot. Das schmeckt ihr neben Käsespätzle bisher aus der für sie neuen Landesküche am besten. Generell mag Molly Sansoucy deutsches Essen zurzeit lieber als amerikanisches, denn sie findet es frischer und gesünder. Sie mag den Geschmack aber auch deshalb, weil sie ihn bis jetzt nicht kannte.

Dennoch ist ein Essensritus eines der Dinge aus der Heimat, die sie in ihrer neuen Wahl-Heimat vermisst: Molly Sansoucys Mutter kocht abends. Das Abendbrot ist deshalb größer als das Mittagessen. Dass es hier umgekehrt ist, fühlt sich deshalb für die 16-Jährige komisch an.

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