Buttersäure löst Großeinsatz aus

110 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sind am gestrigen Freitag nach Ehrenfriedersdorf gerufen worden. Die B 95 dort war über mehrere Stunden voll gesperrt. Drei Menschen und ein Hund mussten evakuiert werden.

Ehrenfriedersdorf.

Überall Blaulicht. Die Szenerie lässt Schlimmes erahnen. Ein Transporter der Polizei riegelt vor dem Nettomarkt in Ehrenfriedersdorf die B 95 ab. Einige hundert Meter weiter in Richtung Ortsausgang sind die nächsten Einsatzfahrzeuge zu sehen. Dort, am Abzweig zum Siedlerberg sowie die leicht ansteigende Straße hoch bis zur Siedlerstraße, stehen weitere Fahrzeuge von Feuerwehr, Polizei, und Rettungsdienst dicht an dicht. Insgesamt sollen es um die 25 Stück sein und 110 Einsatzkräfte, sagt Martin Machalke, Sprecher der Ehrenfriedersdorfer Feuerwehr. Auslöser für den Großeinsatz ist ein mit Buttersäure gefülltes und leckgeschlagenes Kunststofffass auf einem Lkw. Der steht in einem kleinen Gewerbegrundstück parallel zur B 95.

Ausgelöst wurde der Großeinsatz am gestrigen Freitag gegen 12.45 Uhr, als beim geplanten Entladen des Lkw in der Firma in Ehrenfriedersdorf festgestellt wurde, dass Buttersäure aus dem Kunststofffass ausläuft. Entgegen anderslautender Informationen habe sich die Flüssigkeit allerdings nur auf der Ladefläche des Lkw verteilt. Auf die Straße sei keine Buttersäure gelangt und damit auch nicht ins Erdreich, sagt Silke Franzl. Die Bürgermeisterin von Ehrenfriedersdorf wurde ebenfalls alarmiert, weil zunächst davon ausgegangen wurde, dass annähernd 200 Anwohner evakuiert werden müssen. Das war dann allerdings nicht erforderlich. "Wir haben lediglich drei Personen und einen Hund aus einem Haus evakuiert, das sich nur wenige Meter von dem Lkw entfernt befindet", so Machalke. Die Bewohner sind erst einmal bei Familienangehörigen untergekommen, ergänzt Franzl.

Das Fass mit der Buttersäure ist in Wilsdruff bei Dresden auf den Lkw verladen worden, erzählt der Fahrer. Auf der Fahrt nach Ehrenfriedersdorf stoppte er unter anderem in Gelenau. Dort lieferte er im Edeka-Markt an der Ernst-Grohmann-Straße eine Palette ab. Schon dabei habe er den beißenden Geruch von Buttersäure wahrgenommen, fuhr jedoch weiter. Weil offenbar die abgeladenen Waren aber bereits mit der Flüssigkeit getränkt waren, machte sich schnell der unangenehme Geruch in dem Gelenauer Markt breit. Dieser wurde daraufhin vorsorglich geschlossen, so die Polizei. Verletzte habe es aber weder dort noch in Ehrenfriedersdorf gegeben. Buttersäure riecht nicht nur unangenehm, Dämpfe können zudem die Augen sowie Atemwege reizen.

Warum das Fass mit der Buttersäure leckgeschlagen ist, kann sich der Fahrer nicht erklären. "Ich weiß es nicht", sagte er auf Nachfrage. Genau das aber interessiert die Polizei. Deshalb hat die Lkw-Kontrollgruppe der Chemnitzer Verkehrspolizeiinspektion die Ermittlungen aufgenommen. "Es wird zu prüfen sein, ob das Buttersäure-Fass auf der Ladefläche ausreichend gesichert war", sagt Andrzej Rydzik, Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz.

Um die Buttersäure sicher abzutransportieren, wurde eine Spezialfirma gerufen. Sie sollte das Fass verkleben und in einen Spezialbehälter aus Edelstahl verpacken, erklärte Feuerwehrsprecher Machalke.

Während des gesamten Einsatzes, an dem Kameraden aus insgesamt acht Wehren beteiligt waren, musste der Verkehr der B 95 weiträumig umgeleitet werden. Das passierte in Richtung Annaberg-Buchholz ab Thum sowie in die Gegenrichtung ab der Greifensteinstraße in Ehrenfriedersdorf.

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