Die Faszination aus der Knolle

Kathrin Kluge aus Schlettau ist Dahlien-Fan, hegt und pflegt gut 50 Sorten. Ab und an kommt eine neue hinzu - Anregungen gibt es etwa durch soziale Netzwerke genug. Wenn da nur nicht die Sache mit dem Platz wäre, und das nicht nur im Beet.

Schlettau.

So langsam heißt es Abschied nehmen im Garten von Kathrin Kluge. Allzu lange wird es nicht mehr dauern, bis ihre Dahlien in die Winterruhe verabschiedet werden. 53 verschiedene Sorten nennt die Schlettauerin ihr Eigen - fast alle haben in diesem Gartenjahr geblüht und dazu beigetragen, das grüne Reich am Haus in ein Meer aus bunten Farbtupfern zu verwandeln. Doch die Pracht ist endlich. Nach den ersten frostigen Nächten färben sich die Blätter und Blüten der Dahlien schwarz, werden abgeschnitten und die Knollen ausgebuddelt. Zunächst aber startet die Schlettauerin damit bei der Gartenmeisterschaft der "Freien Presse" Annaberg und des RHG-Marktes in der Kreisstadt. Noch eine Woche: Dann ist Einsendeschluss für Vorschläge.

Ende September - das ist meist die Zeit, in der die Dahlien von Kathrin Kluge aus der Erde kommen. Sie überwintern in luftdurchlässigen Kisten im Keller, der trocken und kühl ist. Natürlich sei der Platz begrenzt, was man bei der Sammelleidenschaft bedenken müsse. Und doch kommt immer mal das eine oder andere neue Exemplar dazu - dafür sorgt schon der Austausch in sozialen Netzwerken im Internet. Kathrin Kluge gehört etwa einer Dahlien-Fangruppe auf Facebook an, im Übrigen auch einer für Phloxe - einer weiteren Leidenschaft von ihr. "In solchen Gruppen ist einer verrückter als der andere. Das zieht natürlich mit", sagt sie. Sobald die ersten Blüten da sind, werden Fotos davon veröffentlicht. "Da sieht man immer neue Sorten", so die Schlettauerin. Es gebe Leute, die hätten hunderte Dahlien bei sich im Garten. Doch da muss sie passen - schließlich soll auch noch Platz für anderes wie ihre Rosen bleiben.

Um alles in Schuss zu halten, packt sie morgens und abends in der Gartensaison an - und natürlich an den Wochenenden. Außerdem helfe vor allem ihre Mutter Roswitha Kluge mit - die Familie lebt unter einem Dach. Schon als Kind war Kathrin Kluge gern mit im Garten, so richtig gepackt hat sie die Leidenschaft dafür aber vor etwa zehn Jahren. Bereits im Februar fange es an, in den Fingern zu jucken. Anfang März beginnt sie mit dem Säen und Vorziehen verschiedener Pflanzen im Haus. Später geht es ans Pikieren, bevor die Pflänzchen zunächst tagsüber ins Gewächshaus kommen. Nachts ist es Ende April/Anfang Mai noch zu kalt für sie. Irgendwann im Wonnemonat kommen sie dann endgültig raus. Wie auch zahlreiche Topfpflanzen, darunter Oleander. "Wenn Frostgefahr droht, schaffen wir diese natürlich auch rein und raus", berichtet die 44-Jährige. Außerdem werden etwa die jungen Triebe der Dahlien mit verkehrt herum aufgestellten Töpfen geschützt, sollte es noch einmal kalt werden, wenn diese schon in der Erde sind. Den Knollen selbst mache etwas Frost im Frühjahr nichts aus.

Im Übrigen achtet Kathrin Kluge darauf, dass diese nicht zu groß werden. "Sonst treiben sie zwar viel Grün aus, aber weniger Blüten", findet sie. Daher werden die besonderen Wurzeln, die laut der Deutschen Dahlien-, Fuchsien- und Gladiolen-Gesellschaft als Speicherorgane ausgebildet sind, bei Bedarf im Frühjahr geteilt. In diesem Jahr allerdings, da hieß es für Kathrin Kluge zittern, ob aus der späteren Blütenpracht etwas wird. "Am 10. Juni abends stand ich 21.45 Uhr mit der Taschenlampe im Garten und habe geheult", erzählt sie. Ein Gewitter mit Hagel hatte vieles dem Erdboden gleich gemacht. Doch zum Glück erholten sich zahlreiche Gewächse, auch die Dahlien. "Ich hätte damals nie gedacht, dass es doch noch so gut wird", so die Schlettauerin.

Vorschläge für die Gartenmeisterschaft sind bis 28. September möglich - in den Kategorien Blumen/Exoten, Obst/Gemüse/Kräuter und Skurriles sowie für "Die schönsten naturnahen Gärten". Die Preisträger werden am 12. Oktober bei einem Kartoffelfest im RHG-Markt gekürt.

red.annaberg@freiepresse.de

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