Doktorand prüft Bodengesundheit

Im Forstrevier Zöblitz läuft ein Forschungsprojekt der Universität Jena. Dabei geht es um die Entwicklung der Bodenvitalität.

Zöblitz.

21 Eimer stehen in einer rund 80 Meter langen Reihe auf dem Hüttenfeld nahe dem Schwarzen Weg unter den Rotbuchen. Sie gehören zu einem Forschungsprojekt der Professur für Bodenkunde der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Forstrevier Zöblitz. Dafür verantwortlich ist Florian Achilles, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni. Das Forschungsprojekt "Effekte historischer Waldbaumaßnahmen auf bodenökologische Kenngrößen und Funktionen in Waldökosystemen Mitteldeutschlands" ist Teil seiner Doktorarbeit.

In erster Linie geht es um das Laub der Rotbuchen. Das rieselt zu Boden und zerfällt im Laufe der Jahre zu Humus. Die Erzgebirgswälder stehen in der Regel auf Gneis. Das macht den Waldboden sauer. Der aus dem Laub entwickelte Humus hemmt die Versauerung. Das hat Forstmeister Hermann Graser bereits vor 100 Jahren erkannt. Damals leitete er das Forstamt Zöblitz. Um die Versauerung des Bodens zu hemmen, pflanzte er "grüne Augen" an. Im Prinzip sind das aus Fichten und Buchen bestehende Mischwälder. Florian Achilles untersucht nun, inwieweit das heute Früchte trägt.


Einmal im Monat leert er die Eimer. Dabei handelt es sich in erster Linie um Laub und Zweige. Im Labor werden die Mengen registriert, und es wird untersucht, welche chemischen Elemente das Laub enthält. Daraus lässt sich auf die Bodenqualität schließen. Außerdem hat Florian Achilles etwa 40 Zentimeter tiefe Löcher in den Waldboden gebohrt. Proben davon werden ebenfalls untersucht. Die Werte werden mit denen der benachbarten reinen Fichtenbestände verglichen. Dort gibt es keinen Laubeintrag in den Boden. Die Areale dienen deshalb als Referenzflächen. Zudem untersucht der 27-Jährige die Auswirkungen verschiedener Licht- und Wassermengen auf die Bodenvitalität. Dazu fotografiert er von jedem Eimer aus senkrecht in die Höhe. So ist erkennbar, wie viel Licht und Wasser durch die Baumkronen dringen können. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob sich Grasers Waldbaumaßnahmen nach 80 Jahren gelohnt haben. "Für uns hat das eine praktische Bedeutung", so Revierleiter Tino Kermer. Demnach würden sich Rückschlüsse ziehen lassen, welche Baumarten wo angepflanzt werden sollten. Ersten Vermutungen zufolge lohnt es sich tatsächlich, Mischwälder im Sinne Grasers anzulegen. Genauere Ergebnisse wird es in drei Jahren geben.

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