"Dr Schubert Frank" macht nun Postkarten

Musikalisch ist der bekannte Thumer nach der Auflösung von "De Arzgebirgsch'n Bossen" längst wieder im Geschäft. Doch er frönt auch einer neuen Leidenschaft.

Thum.

Lange hat es Frank Schubert nicht ausgehalten ohne Musik und Auftritte. Nach der Auflösung der Gruppe "De Arzgebirgsch'n Bossen" wollte er ein paar Jahre pausieren. Eigentlich. Doch es dauerte nur einige Monate, da überredete eine Freundin den Thumer, als Musiker bei einer Weihnachtsfeier einzuspringen. "Da habe ich gemerkt, wie mir das gefehlt hat", sagt der 38-Jährige. Das war Ende 2017. Mittlerweile habe er alle zwei, drei Wochen einen Auftritt. Aus dem einstigen Bossen-Mitglied ist "Dr Schubert Frank aus Thum" geworden. Seinem Vorbild ist er natürlich treu geblieben. "Dr Anton Günther ist noch immer mein Flaggschiff", sagt Schubert, der sich selbst als Erzgebirgsklampfer bezeichnet.

Und irgendwie hat auch seine neue Leidenschaft, der er sich neben der Musik hingibt, mit dem Volksdichter zu tun. Denn Anton Günther gilt als Erfinder der Liedpostkarte. Jetzt, mehr als 120 Jahre später, gibt Frank Schubert eigene Postkarten heraus. Zwar keine mit Liedern wie damals mit den Bossen, dafür aber mit Aufnahmen aus Thum.

"Wenn ich durch Thum sapp, mach ich gerne Fotos", sagt der Erzgebirger. Ob Smartphone oder Spiegelreflexkamera: Etwas zum Knipsen hat er meistens dabei. Und da Frank Schubert historische Postkarten mit Thumer Motiven sammelt, lag es nahe, seine Hobbys zusammenzubringen.

Im Januar machte der Familienvater Nägel mit Köpfen und ließ seine erste Fotopostkarte drucken, in einer selbstbewussten Auflage von 500 Stück. Das Motiv hat für den 38-Jährigen einen besonderen emotionalen Wert. Es zeigt einen Blick auf die winterliche Stadt von der Eichelallee aus. "Seit 20 Jahren mache ich mit meinem Vater zu Heiligabend eine Runde, gegen halb fünf sind wir meistens an dieser Stelle." Dort spüre er Ruhe, Besinnlichkeit und Demut. "Uns ist bewusst, dass mein Vater da nicht mehr ewig mit dabei sein wird." In diesem Jahr kam Frank Schuberts kleine Tochter mit. Er hofft, dass er eines Tages auch mit seinen Enkeln von der Eichelallee auf Thum schauen wird. An Motiven für weitere Postkarten mangelt es Frank Schubert nicht. Selbst wenn er jeden Monat eine Karte auflege, unkt der Thumer, komme er locker zehn Jahre hin.

Und auch musikalisch hat er einiges vor. Abgesehen von den Auftritten bei Geburtstagen, öffentlichen Festen oder Firmenfeiern arbeitet der 38-Jährige an einem Projekt fürs Thumer Stadtjubiläum, auch bei Radio RSA war er in der Rubrik "Mundartliches" zu hören.

Künstlerisch bleibt Frank Schubert bei Anton Günther, schreibt aber auch viele Stücke selbst. Eins hat der Musiker übrigens bei jedem Auftritt dabei: Das Plektrum zum Zupfen der Saiten, das er einst Dieter "Maschine" Birr nach einem Auftritt aus dem Kreuz geleiert hat.

Wer Thum-Postkarten von Frank Schubert erwerben möchte, kann das in seiner Physiotherapie-Praxis, Chemnitzer Str. 4, tun oder über seine Internetseite. Mehr als ein Dutzend Exemplare seiner ersten Karte habe er bislang verkauft. Dabei treibt ihn allerdings eine Sorge um. Frank Schubert grinst. "Ich hoffe bloß, dass Heiligabend nun nicht so viele Leute zur Eichelallee kommen. Dann ist es nämlich mit der Ruhe vorbei."www.drschubertfrank.de

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