Ein Stück Familiengeschichte in der Zeitung entdeckt

Der eigene Familienname auf einer Grabplakette, die bei Ausgrabungen gefunden wurde. Das hatte einen jungen Mann neugierig gemacht.

Ehrenfriedersdorf/Chemnitz.

"Was Forscher unter Chemnitz fanden" lautete die Überschrift über dem Titelfoto der "Freien Presse" vom 7. Juni. Es zeigte die Scherben einer Grabplakette, die bei archäologischen Grabungen an der Bahnhofstraße gefunden wurde, wo jetzt zwischen Johannisplatz und Archäologiemuseum die neue Firmenzentrale des Versorgers Eins und ein Hotel entstehen. Auf der zerbrochen Plakette, die im Keller eines 1945 zerbombten Hauses entdeckt worden war, ist noch zu lesen "Marie Hoffbauer, geb. Müller, 1850, gest. 6. Novbr. 1913". "Das sind der Name und die Lebensdaten meiner Urururgroßmutter", nimmt Danny Hoffbauer an. Der 22-jährige Ehrenfriedersdorfer, der als Rechtsanwaltsfachangestellter in einer Kanzlei in Chemnitz arbeitet, war neugierig geworden, als er den Namen seiner Familie auf dem Foto in der Zeitung gelesen hatte. Er fragte bei seinem Großvater, Wolfram Hoffbauer in Ehrenfriedersdorf, nach, weil er wusste, dass dieser Ahnenforschung betreibt. Und tatsächlich: Laut dem Großvater, der die Familiengeschichte bisher bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurückverfolgt habe, hieß eine von dessen Urgroßmüttern mit vollem Namen Marie Christiane Amalie Hoffbauer und war eine geborene Müller. Sie war am 29. Dezember 1850 in Steinbach im Kreis Worbis, heute Landkreis Eichsfeld in Thüringen, geboren worden und am 13. November 1913, im Alter von 63 Jahren, in Chemnitz verstorben. Die Abweichung um einige Tage beim Sterbedatum resultiert vermutlich aus einem Übertragungsfehler, denken Großvater und Enkel. Denn Wolfram Hoffbauer habe das Datum einer Ahnentafel entnommen, die während des Zweiten Weltkrieges erstellt wurde. Seinen Recherchen zufolge war Marie Hoffbauer mit Hermann Robert Hoffbauer verheiratet, zeit ihres Lebens Hausfrau und gehörte der römisch-katholischen Religion an. Fünf Kinder habe sie zur Welt gebracht: Adolf, Gustav, Bernhard, Albert und Ottilie. Die Linie seiner Familie resultiere aus Adolf Hoffbauer, der 1879 in Chemnitz geboren wurde und 1961 in Karl-Marx-Stadt verstarb, erzählt Danny Hoffbauer. Welche ihrer Vorfahren 1945 an der heutigen Brückenstraße wohnten und dort die Plakette von der vermutlich aufgelösten Grabstelle aufbewahrten, wissen die Hoffbauers nicht.

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