Fest im Steinbruch gibt Einblicke in Arbeitsalltag

Viel zu erleben gab es beim ersten Steinbruchfest in Hammerunterwiesenthal. Die rund 35 Mitarbeiter bauen hier pro Jahr etwa 150.000 Tonnen Marmor unter und über Tage ab.

Hammerunterwiesenthal.

Ein bisschen vorsehen musste sich der kleine Collin schon, als er die drei für den Jungen recht weit auseinander stehenden Stufen des Kolosses hinabstieg. Dafür lag hinter ihm ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Gemeinsam mit seinem Vater Christian Lorenz hatte er im Cockpit eines Muldenkippers mit 40 Tonnen Leergewicht den Tagebau der Geomin Erzgebirgische Kalkwerke GmbH erkundet.

Die Tour war Teil des ersten Steinbruchtags des Unternehmens. Dafür nahmen mehrere Gäste ganz bewusst die Wartezeit in Kauf und stellten sich in der Schlange an. Schon kurz nach Beginn gegen Mittag tummelten sich zahlreiche Besucher auf dem 40 Hektar umfassenden Areal. Hier arbeitet Sebastian Bräuer aus Pockau-Lengefeld seit etwa einem Jahr als Werksleiter. Mit dem Steinbruchfest wollte der Betrieb seinen Gästen Einblicke in den Arbeitsalltag der etwa 35 Mitarbeiter verschaffen.

Jährlich werden dort etwa 150.000 Tonnen Marmor abgebaut. Das geschieht sowohl unter Tage als auch im Tagebau. Aus dem Marmor werden in erster Linie Füllstoffe für die Bauindustrie und Mehle für Farben, Lacke und Kunststoffe hergestellt. Das Interesse der Besucher war sehr groß, wie Sebastian Bräuer versicherte. Deshalb hält er diese Veranstaltung für ausbaufähig. Er hofft, dass im nächsten Jahr Führungen über und unter Tage stattfinden können. "Darauf haben wir dieses Jahr auch wegen der Corona-Bestimmungen verzichtet. So ist das für uns nicht zu bewerkstelligen gewesen", sagte der 29-Jährige. Allein unter Tage beläuft sich die Strecke auf mehrere Kilometer. An Attraktionen hatten die Hammerunterwiesentaler dennoch nicht gespart.

Wer wollte, konnte sich mit einem Minibagger ausprobieren. Drei davon standen an den großen Kieshaufen bereit. Die Wintersportler waren mit einer Biathlon-Schießanlage vertreten. Immer wieder war das typisch klackende Geräusch zu hören, wenn die getroffene Scheibe von Schwarz auf Weiß kippte. Für Kinder gab es außerdem noch eine Hüpfburg.

Wer wollte, konnte einen kleinen Teil des Steinbruchs auch hoch zu Ross erkunden. "Wir finden es sehr schön hier und sind froh, dass endlich wieder etwas los ist", sagte Florian Fischer aus Oberwiesenthal.

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