Für neue Turnhalle reicht Budget nicht

Die Stadt Elterlein steckt in einem Dilemma. Allein mit dem Schulsport ist für die jetzige Halle die Kapazitätsgrenze erreicht. Dazu droht dem Gebäude wegen baulicher Mängel auch noch die Sperrung.

Elterlein.

Die Stadt Elterlein braucht dringend eine neue Turnhalle. Das ist bekannt und das hat der Stadtrat auch auf dem Plan. Die jetzige Halle ist in die Jahre gekommen. Eine Begehung im Sommer zeigte zahlreiche bauliche Mängel auf. Zudem ist das Gebäude allein durch den Sport von Grund- und Oberschule inzwischen an der Kapazitätsgrenze angelangt. Deshalb soll die jetzige Einfeldhalle auch durch eine Zweifeldhalle ersetzt werden. Doch ein Projekt in dieser Größenordnung sprengt das Budget Elterleins, erläuterte Wolfgang Triebert (CDU), Bürgermeister der Stadt Zwönitz, die als erfüllende Gemeinde für Elterlein den Haushalt aufstellt.

Die neue Halle würde Gesamtkosten von rund 2 Millionen Euro bedeuten, von denen 800.000 Euro Fördermittel sein sollen und 1,2 Millionen Euro Eigenmittel. "Wenn ich aber nur 900.000 Euro an Eigenmittel zur Verfügung habe und aufgrund der Gesamtfinanzsituation der Stadt auch keinen Kredit aufnehmen kann, dann geht das nicht", machte Triebert dem Elterleiner Stadtrat während der jüngsten Sitzung klar. Deshalb habe die Kämmerei den Hallenneubau aus dem Entwurf des Doppelhaushaltes 2019/20 genommen. Für Elterleins Bürgermeister Jörg Hartmann (parteilos) ist das keine Option. "Wenn wir die neue Halle nicht bauen, gefährden wir den Schulstandort Elterlein", sagte er.

Ohne die neue Turnhalle konnte Triebert einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf für Elterlein vorlegen. Als Ansatz für den neuen Etat hätten die Ist-Werte des 2017er-Haushaltes gedient. Weil dieser kaum Werterhaltung vorsah, wird das auch in den kommenden zwei Jahren nicht anders sein, betonte Triebert.

Von diesen Zahlen ausgehend belaufe sich per 1. Januar 2019 der Bestand an liquiden Mitteln auf die bereits genannten 900.000 Euro. Ende 2020 - nach Abschluss des Doppelhaushaltes - stünden noch 727.000 Euro an liquiden Mitteln zu Buche.

Um nun aber nicht die Sperrung der alten Turnhalle zu provozieren und damit den Sportunterricht der beiden Schulen in Elterlein zu gefährden, müsste das jetzige Gebäude für rund 25.000 Euro saniert werden, schlug Triebert vor. Für diese Summe könne erst einmal das Nötigste gemacht werden. Die zusätzliche Aufnahme einer solchen Größenordnung in den Haushaltsentwurf gefährde diesen nicht, unterstrich Triebert.

Beharre Elterlein indes auf einen Neubau, sei zu überlegen, ob man zurück auf eine Einfeld-Sporthalle geht und die in einer Standardausführung errichtet. Dann seien aber auch keine anderen Investitionen mehr möglich, betonte der Zwönitzer Bürgermeister. Auch legte er dem Elterleiner Stadtrat dar, was es bedeutete, falls sich dieser vielleicht doch zur Aufnahme eines Kredites durchringen sollte. Damit ein solcher genehmigt werde, müsse die Stadt nachweisen, dass sie alle ihre Einnahmequellen ausschöpfe. Das bedeute laut Triebert die Erhebung von Maximalsätzen etwa bei den Elternbeiträgen sowie der Grundsteuer. Zum anderen müsse man sich von sogenannten Freiwilligkeitsaufgaben verabschieden wie etwa die Unterstützung von Vereinen. In der Januarsitzung soll weiter über den Haushalt debattiert werden.

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