Geldquelle Wald versiegt

Geyer als großer Waldbesitzer verzichtet angesichts der Preise weiter auf Holzeinschlag. 2020 könnte mit einem Novum enden.

Geyer.

Die Stadt Geyer muss auf eine der wichtigsten Einnahmequellen der vergangenen Jahre verzichten. Angesichts der niedrigen Preise am Holzmarkt wird weiter kein frisches Holz geschlagen, nur Schadholz beräumt. Daher geht man davon aus, dass die Bewirtschaftung des Waldes 2020 mit einem Minus endet. Das ist Teil des Forstwirtschaftsplans, den der Stadtrat kürzlich beschlossen hat. Doch Stadtforstleiter Thomas Hirsemann will das abwenden. Er hofft am Ende doch noch auf eine schwarze Null.

"Es gibt noch Außenstände", sagte er im Rat. Kommt dadurch Geld in die Stadtkasse, wäre es möglich, dass sich Einnahmen und Ausgaben in puncto Wald 2020 zumindest die Waage halten. "Seitdem ich hier bin, hatten wir noch nie so einen Plan mit einem Minus hinten", verdeutlichte er die Ausnahmesituation. Die Stadt Geyer ist mit einer Fläche von fast 1300 Hektar einer der größten kommunalen Waldbesitzer in der Region. Der Holzeinschlag hatte ihr in vergangenen Jahren Erlöse von mehreren hunderttausend Euro jährlich eingebracht. Nur dadurch konnte sie vor längerer Zeit auch eine finanzielle Krise bewältigen, die durch Schulden und Fördergeld-Rückzahlungen in Millionenhöhe entstanden war. Doch das ist vor allem dank des eigenen Waldes Geschichte.

Dass der Holzeinschlag angesichts niedriger Preise schon im Herbst 2018 gestoppt worden ist, sehen die Verantwortlichen aber als richtigen Schritt. Laut Stadtforstleiter könne man mit dem Verkauf des Rohstoffes zurzeit höchstens die Hälfte des Erlöses vergangener Jahre erzielen. "Es ist besser, das Holz stehen zu lassen", sagte er. Ändert sich der Preis, könne man sofort mit dem Einschlag loslegen. Die Stadt beschäftigt zwei eigene Waldarbeiter, arbeitet eigentlich auch mit Fremdfirmen zusammen. Doch fürs nächste Jahr sei keine gebunden.

Laut Bürgermeister Harald Wendler (Die Linke) geht der Plan für 2020 vom schlimmsten Fall aus. Natürlich fehlen die Einnahmen der Stadt. Aber geplante Investitionen wie den Bau eines Feuerwehrdepots könne sie trotzdem stemmen, versicherte er. Die finanzielle Lage sei stabil. Was den Wald betrifft, so wird es dort an Arbeit trotzdem nicht mangeln. So gibt es beispielsweise zurzeit 350 bis 400 Kubikmeter Schadholz allein durch den Borkenkäfer. Stadtforstleiter Thomas Hirsemann geht davon aus, dass 2020 weiteres Käferholz in Größenordnungen dazukommt. Nur ein richtig kalter Winter und ein feuchtes Frühjahr könnten das verhindern.

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