Gerüchte um Direktverbindung nach Dresden

In einem Ritt früh von Annaberg-Buchholz in die Landeshauptstadt und abends ohne Umsteigen zurück - das bietet die Buslinie 400. Steht sie etwa vor dem Aus?

Annaberg-Buchholz.

Elfriede Meier* macht gern Ausflüge. Oft auch in Richtung Dresden. Dafür nutzt sie gern die Buslinie 400, die die Erzgebirgs- mit der Landeshauptstadt verbindet. "Und das ohne Umstieg", findet sie ideal. Die Erzgebirgerin, die anonym bleiben möchte, ist gehandicapt, braucht einen Rollator. "Wenn ich etwa in Freiberg umsteigen müsste, um nach Dresden zu kommen, wäre das sehr beschwerlich." Nun hat sie "Bammel", weil sie gehört hat, dass die Linie 400 auf der Kippe steht. Ist da was dran an dem Gerücht? Für Elfriede Meier wäre dies ein Unding: "Gerade jetzt, wo das Erzgebirge Weltkulturerbe ist", sagt sie am Lesertelefon.

Von Roland Richter, Geschäftsführer der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE), gibt es ein klares Bekenntnis zur Linie: "Wir wollen sie weiterbetreiben." Darin sei man sich auch mit den Verantwortlichen in Mittelsachsen einig. "Stimmt. Auch die Landkreise stehen hinter dem Anliegen", so Michael Tanne, Geschäftsführer der Regiobus Mittelsachsen. In den Betrieb der Linie 400 teilen sich RVE und Regiobus schon seit Jahren. Viermal geht's täglich nach Dresden, viermal wieder zurück nach Annaberg. "Ideal für Ausflüge, da kann ich selbst mal unterwegs aus- und zusteigen", so Elfriede Meier.


Wie Richter erläutert, liege ein Antrag zum Weiterbetrieb der Direktverbindung aktuell beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). "Das Genehmigungsverfahren wird noch eine Weile dauern - vielleicht sogar Monate", so Pressesprecherin Isabel Pfeiffer. Noch seien Details zu klären. "Viel Bürokratie, weil die Linie über mehrere Kreise führt", erläutert Richter. Doch die Zeit drängt: Genehmigt ist die Strecke nur noch bis 3. Dezember. Ein Sprecher der Kreisverwaltung Mittelsachsen gab sich am Donnerstag optimistisch, dass das Genehmigungsverfahren positiv durchlaufen wird. Dies war auch aus der Pressestelle des Landratsamtes in Annaberg-Buchholz zu hören. "Eine Anhörung des Erzgebirgskreises im Genehmigungsverfahren ist ... allerdings noch nicht erfolgt", hieß es.

Auch die Busunternehmen hoffen, dass die Entscheidung bald fällt. "Das wäre gut fürs Weltkulturerbe", sagt Richter. Er hofft, dass dadurch die Busse nicht nur sonntags, wenn viele Studenten mitfahren, voll sind, sondern auch unter der Woche.

* Name von der Redaktion geändert.

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