Gockel, Geselligkeit und ein nützliches Kunstwerk

Klein ist am Thumer Färberstraßenfest nur noch das Festareal. Viele Besucher lobten die gebotene Abwechslung.

THUM.

Bei solch einem einzigartigen Fest sollen angeblich sogar die Hähne lauter spektakeln. Jedenfalls begann das Thumer Färberstraßenfest am Samstag wieder mit einem zünftigen Hähnewettkrähen des Kleintierzüchtervereins. Und mit 52 Gockeln aus dem gesamten Erzgebirge war der Wettbewerb einer der größten seiner Art in der Region. Gewonnen hat die ganze Kräherei ein Herolder Gockel aus der Zucht von Reinhard Volkmann. Das Tier meldete sich gleich 110 Mal zu Wort. Die Jury hatten die Mitstreiter der Thumer Jugenfeuerwehr gebildet, die sich wie viele andere Leute und Vereine ins "klennste Volksfast'l im Arzgebirg" einbrachte. Diese Bezeichnung mag freilich nur noch für das Areal, auf dem das Fest stattfindet, zutreffen.

Denn auch die nunmehr 14. Auflage war eine richtig große Veranstaltung mit einem bodenständigen Programm nonstop, welches jeder Altersklasse gerecht wurde. Kein Wunder also, dass sich die Fete wieder als Zuschauermagnet entpuppte. Gemütlichkeit und Geselligkeit standen beim Fest in einer der schönsten Ecken Thums ganz oben an. Die Gäste, die inzwischen aus dem gesamten Erzgebirge kommen, wussten das zu schätzen. "Es ist einwandfrei, was hier gemacht wird. Es ist klein aber fein und besonders gefällt mit hier der gemütliche Rahmen", sagte Stefan Groß. Der Jahnsbacher hatte mit Rene Haubold gleich noch Besuch aus Freiberg mitgebracht. Auch der lobte vor allem die einzigartige Atmosphäre. "Und das Bier schmeckt auch", freute sich der junge Mann. Bernd Vettermann, Nachbar der Färberstraße, sprach von einem sehr gelungenen Fest, das sich mit den fleißigen Helfern stabil entwickelt habe.

Viele Besucher lobten die große Abwechslung bei der "Sause", für die auch die Jäger vom Hegering Greifensteine sorgten. Zum dritten Mal gaben sie den Kindern und natürlich auch den erwachsenen Festbesuchern nach dem Motto "Kennst Du den Wald und seine Bewohner?", Rätsel auf. Beim Naturquiz galt es unter anderem, Zweige den richtigen Bäumen zuzuordnen oder Fährten zu bestimmen. Zugegeben: Da rauchten auch bei einigen Eltern die Köpfe. "Wir möchten mit dem Quiz die Naturverbundenheit bei den Kindern fördern und natürlich über die Arbeit der Jäger informieren", erklärte Kevin Langer vom Hegering. Der Andrang war groß. Rund 200 Fragebögen füllten die Kinder aus. Und dann gab es bei den Waidmännern eine echte Thumer Wildsau am Spieß. Der Erlös aus dem Verkauf kommt der Natur zugute. "Wir werden davon eine Obstbaumpflanzung mit alten heimischen Sorten machen", berichtete Kevin Langer.

Dafür hatten die rührigen Veranstalter während des Festes kurzfristig entschieden, das Färberstraßenmaskottchen samt Bank, gestaltet von Holzbildhauer Frank Salzer, dafür nicht zu versteigern. "Das Kunstwerk findet keinen besseren Platz als hier an der Färberstraße", machte Mitorganisator Matthias Metzler deutlich. Den ganzen Tag hatte der Zwönitzer Frank Salzer, der seit 1987 Holzbildhauer ist, mit der Kettensäge an der Fichte gewerkelt.

Kann es sein, dass das Färberstraßenfest jedes Jahr mehr Besucher zählt? Matthias Metzler beantwortete diese Frage eindeutig mit ja. Dabei freute sich der Mitorganisator der ersten Stunde, dass über 40 Helfer das Spektakel absichern und auch die Stadt samt Bauhof die Angelegenheit unterstützt. "Und nach dem Fest ist vor dem Fest", machte Metzler deutlich. Denn ab dem 10. September beginnen bereits wieder die Vorbereitungen für das nächste "kleenste Volksfastel im Arzgebirge". Das sich viele Leute sicher schon wieder vorgemerkt haben.

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