Holprige Strecke zur Autobahn: Flicken muss vorerst reichen

Sowohl in Tannenberg als auch in Geyer wird auf eine Fahrbahnerneuerung der S 260 gehofft. In einem Bereich ist die auch geplant, aber der Zeitraum offen. In einem anderen Fall werden wohl noch Jahre ins Land gehen.

Tannenberg/Geyer.

Eine beliebte Strecke aus dem Raum Annaberg in Richtung A 72 ist seit gut einer Woche gesperrt. Das betrifft die S260 bei und in Tannenberg, womit die Verbindung zum Ausnahmefall geworden ist. Der Landkreis hat sich aufgrund massiver Schäden an der viel befahrenen Straße dazu entschlossen, sie vorübergehend abzuriegeln - außer für Anlieger. Bislang ein Einzelfall, was die Staatsstraßen im Erzgebirgskreis betrifft. Nun soll die S 260 schnellstmöglich geflickt werden, wofür der Landkreis zuständig ist. Die Arbeiten haben laut Landratsamtssprecher Stefan Pechfelder bereits begonnen. Zum Teil kommt dabei auch ein Gerät für großflächiges Abfräsen zum Einsatz.

Zwar betrifft die Sperrung "nur" den Bereich zwischen der Zschopautalkreuzung und der Ortsmitte in Tannenberg. Aber die S 260 ist auch im weiteren Verlauf teilweise in schlechtem Zustand, konkret betrifft das die Zwönitzer Straße in Geyer. In beiden Fällen sind sich die Bürgermeister einig, dass das Flicken nur eine Übergangslösung sein kann, aber das Problem nicht beseitigt. Dafür seien die Schäden zu groß. Nur eine Fahrbahnerneuerung, für die das Land zuständig ist, könne Abhilfe schaffen. Auch Geyers Stadtrat hat darüber zuletzt diskutiert. Tenor war, dass Druck gemacht werden soll, um dieses Ziel zu erreichen. Schließlich sei die Erneuerung der Strecke in Geyer schon vor Jahren vorgesehen gewesen, dann aber nicht umgesetzt worden.

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"Ringsum ist alles ausgebaut. Es gibt etwa eine neue Ortsumgehung für Falkenbach und die neu gestaltete Mönchsbadkreuzung. Nur in Geyer, wo der Verkehr in Richtung Autobahn und umgekehrt durch die Stadt geht, tut sich nichts", sagt Bürgermeister Harald Wendler (Die Linke). Auch Tannenbergs Ortschef Christoph Neubert findet, dass sich das Land nicht aus der Verantwortung ziehen kann. "Der Kreis bekommt nur eine Pauschale fürs Flicken - und damit muss er auskommen. Aber an der S 260 bis zur Ortsmitte ist seit der Mitte der 1990er-Jahre nichts Grundlegendes mehr gemacht worden", schildert er. Daher sei es nun höchste Zeit dafür. Angemahnt hat er das beim zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) schon mehrfach in den vergangenen Jahren, aber bislang ohne Erfolg. Allerdings gab es Ende 2018 einen Vor-Ort-Termin mit verschiedenen Beteiligten, der Hoffnung weckte.

Und tatsächlich gibt es Pläne für eine Fahrbahnerneuerung der S 260 in und östlich von Tannenberg. Derzeit wird laut dem Lasuv ein Erhaltungsentwurf aufgestellt. Dieser soll laut Sprecherin Isabel Siebert voraussichtlich im Sommer fertig sein. Erst dann könne über eine "finanzielle Einordnung der Maßnahme in eines der kommenden Bauprogramme entschieden werden". Wann wirklich gebaut wird, ist also offen. "Es wäre wichtig, dieses Jahr anzufangen. Man kann ja in Abschnitten bauen", sagt Bürgermeister Christoph Neubert. Doch ob sein Wunsch nach einem baldigen Start erfüllt wird, ist fraglich.

Geht es nach den Plänen des Freistaats, muss man in Geyer wohl noch deutlich mehr Geduld aufbringen. Es gebe viele andere Abschnitte im Niederlassungsbereich Zschopau des Landesamts, die schneller saniert werden müssten als die S 260 in der Bingestadt. Eine Fahrbahnerneuerung der Strecke ab der August-Bebel-Straße bis zum Ortsausgang in Richtung Zwönitz könne nicht vor 2023 "als realistisch in Aussicht gestellt werden", heißt es. Ein Unding aus Sicht der Verantwortlichen in der Stadt. "Bis dahin ist die Straße restlos zerstört. Das geht gar nicht", sagt Bürgermeister Harald Wendler.

Gerade was Staatsstraßen betrifft, so gibt es ähnliche Probleme aber vielerorts. 43 Prozent dieses Netzes in Sachsen, das aktuell rund 4600 Kilometer umfasst, sind nach Angaben des zuständigen Ministeriums in einem schlechten Zustand und benötigen bauliche oder verkehrsbeschränkende Maßnahmen. Die Winterschäden kommen noch hinzu, sodass es derzeit zahlreiche Beschwerden über Schlaglochpisten gibt. Beispiele dafür sind die S 268 in Neudorf und die S 266 in Cunersdorf. Beim Thema Flickungen wird vor allem auf Heißmischgut gesetzt, das preiswerter ist und länger hält. Durch intensive Gespräche konnte laut Landratsamt auch erreicht werden, dass ein Betreiber seine Bitumen-Mischanlage schon wieder in Betrieb genommen hat. Das sei unüblich für die Jahreszeit, was zu Problemen geführt hatte.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    ralf66
    01.03.2019

    Die haben doch schon länger nur noch rumgeflickt, wie damals in der DDR, dass kommt davon, wenn Gelder, unter anderen erwirtschaftet aus Steuern, der Bürger dieses Landes, die für Projekte, u.a. dem Straßenbau im eigenen Land ausgegeben werden sollten, für andere Zwecke ausgegeben werden. Der Zustand unserer Straßen ist nicht so wie er sein sollte, dass ist nicht nur gefühlt so, dass ist tatsächlich so.



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