Immer wieder sonnabends am Fernsehturm

Die Nordic-Walking-Gruppe Geyer macht sich auch in diesem Jahr wieder auf die Socken. Bislang zählte sie 11.000 Teilnehmer. Was ist das Erfolgsrezept?

GEYER.

Es ist regelrecht ein Begrüßungsmarathon am Sonnabendmorgen. Alle kennen sich untereinander. Gute Laune und Herzlichkeit sind Trumpf, wenn sich die Mitstreiter der Nordic-Walking-Gruppe Geyer am Fuße des Fernsehturms treffen. Schließlich haben die Frauen und Männer ein gemeinsames Ziel: Die Bewegung an der frischen Luft um etwas für ihre Gesundheit zu tun. "Dabei ist der Spaß an der Sache und der Zusammenhalt in der Gruppe ein ganz wichtiges Anliegen", sagt Uta Schönherr. Die Krankenschwester gehört seit Anfang an zur Gemeinschaft, die im Mai ihr 15-jähriges Bestehen feiert. Und dass der Leiter der "Mannschaft" Heinz Wöllner mit 81 Lenzen immer noch gut dabei ist, ist eindeutiger Beweis dafür, dass Nordic Walking durch Mutter Natur nur gut sein kann.

Dabei schreibt die Gruppe eine Erfolgsgeschichte. Von 2004 bis 2018 gingen bei den sportlichen Zusammenkünften insgesamt knapp 11.000 Teilnehmer über die Rundstrecken durch den Geyerschen Wald. Rekordjahr war 2014, mit 1190 Walkern. Von Anfang an stand die Gruppe unter Schirmherrschaft des Erzgebirgszweigvereins (EZV) Geyer, dem Heinz Wöllner von 1998 bis 2006 vorstand. Während dieser Zeit hat der Verein vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau die höchste Auszeichnung vom Deutschen Wanderverband, die Eichendorf-Plakette, erhalten. Seit 2019 bildet das "Gesundheitswandern Nordic Walking" eine eigene Gruppe und gehört nicht mehr zum EZV. Angekurbelt wurde die Sportart 2004 von der Krankenkasse DAK. "Den ersten Kurs hat Enno Fritz von Kuravital geleitet", erinnert sich Heinz Wöllner, der selbst schon drei Jahre vor dem gemeinsamen Auftakt regelmäßig trainierte.


Beim Laufen für die Gesundheit gibt es keinen Zwang in der Gruppe. "Und alle, die einmal mitgelaufen sind, kommen immer wieder", so Wöllner. Jeder betreibt den Sport nach seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten. Schließlich haben die meisten Walker ein Alter von 60 bis 85 Jahren. Mit drei, fünf, sechs und acht Kilometern stehen verschieden lange Touren zur Verfügung. "Wobei ein Läufer bei der Auswahl der längsten Strecke ganz schön fit sein muss", betont Uta Schönherr, die von Beruf Krankenschwester und zweite Chefin der Truppe ist. Die bestand am letzten Märzsamstag aus 34 Leuten. Mitunter treffen sich an manchen Samstagen auch über 40 Teilnehmer. "Die kommen aus rund 15 verschiedenen Orten rund um Geyer, so unter anderem aus Zwönitz, Elterlein, Thum, Annaberg und natürlich aus Geyer", berichtet Heinz Wöllner.

Dabei erwähnt er, dass jeder Teilnehmer ein Kreuzchen in der Liste bekommt. "Das ist für die Statistik", so der Bingestädter. Bei jeder Veranstaltung steht auch immer eine kleine Sparbüchse für die Kultur in der Gemeinschaft bereit. Denn in der Gemeinschaft wird nicht nur im Team gelaufen, auch eine Weihnachtsfeier oder wie demnächst eine "Vorosterfeier" stehen jährlich auf dem Programm. Und die Frauen und Männer, die sich dem Sport verschrieben haben, sind voll des Lobes über die gute Organisation der Veranstaltungen. "Der Heinz und die Uta sind die Nummer eins", so Marina Böhme. Die Krankenschwester mischt seit zehn Jahren mit. "Ich treibe auch sonst regelmäßig Sport", so die Ehrenfriedersdorferin.

In Sachen Nordic Walking verweist sie darauf, dass bei der Sportart der gesamte Körper belastet wird. "Es macht einfach Spaß. Wichtig ist für viele ebenso, dass es nichts kostet und völlig zwanglos ist", so die Walkerin. Die Sympathie unter den Teilnehmern gehört allemal zu den Erfolgsrezepten der Gruppe. Heinz Wöllner möchte das ganze Flair nicht missen.

Und sportlich ist er sowieso veranlagt. Früher hat er noch Tischtennis gespielt. Er ist Gartenfreund und, wie es sich für einen waschechten Erzgebirger gehört, ein Heimatfreund durch und durch.

Die nächste Nordic-Walking-Runde findet am Sonnabend um 9.30 Uhr statt. Treff ist am Fernsehturm.

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