Kunststoffe im Kompost: Von der Mülltrennung auf Friedhöfen

Bis zum Totensonntag werden viele Grabstellen wie jedes Jahr geschmückt und für den Winter abgedeckt. Bei der Auswahl der Trauerfloristik sollte aber einiges beachtet werden, sagt ein Experte. Nicht selten landen Styropor und Plastik auf den Komposthaufen.

Cranzahl/Bärenstein.

Der letzte Sonntag vor dem ersten Advent ist ein Tag, an dem der Toten gedacht wird. Angehörige bereiten die Gräber ihrer Verstorbenen auf den Winter vor. Auch Kränze und Gestecke werden platziert, um die Gräber zu schmücken. Doch ganz unproblematisch ist das nicht, sagt Daniel Heß. Er arbeitet seit 1992 als Friedhofsgärtner. Die Friedhofsverwaltung Cranzahl ist aktuell für fünf Friedhöfe - Cranzahl, Bärenstein, Jöhstadt, Grumbach und Schmalzgrube - zuständig. Mit dem Jahreswechsel werden die in Oberwiesenthal und Hammerunterwiesenthal hinzukommen, erklärt Heß. Die Friedhofsverwaltung ist dabei für alles zuständig, was mit einem Friedhof zusammenhängt. Unter anderem gehört dazu auch das Ausheben der Gräber und wenn gewünscht die Grabpflege. Letzteres nehme immer mehr zu. So unterschiedlich aber die Gottesacker auch sind, ein Problem begegnet dem Experten überall: mangelnde Mülltrennung. Das erscheint auf den ersten Blick etwas seltsam. Doch auf Friedhöfen sammelt sich einiges an. Gräber werden bepflanzt, dekoriert, es leuchten Kerzen. Die Vergänglichkeit macht aber auch vor diesen Dingen nicht halt. Vieles wird kompostiert. In unmittelbarer Nähe des Bärensteiner Friedhofes hat die Friedhofsverwaltung daher mehrere Haufen angelegt. So entsteht neue Erde.

Daniel Heß stellt aber schon seit Jahren fest, dass immer wieder auch Plastik und Styropor, um nur ein paar Beispiele zu nennen, in den Sammelbehältern für kompostierfähigen Abfall landen. Mülltrennung spielt aber auch hier eine Rolle. Wird Plastik nicht aussortiert, landet es früher oder später in der Erde. Gerade in der jetzigen Zeit, wo viel über Umweltschutz gesprochen wird und immer mehr Menschen darauf achten, sollte das Thema auch bei Trauerfloristik eine Rolle spielen, findet Heß. Viele Gestecke sind auf Styropor angebracht und mit Drähten und ähnlichem fixiert. Werden sie von den Grabstellen entfernt, landen sie meist komplett im Kompost, ohne, dass die einzelnen Bestandteile getrennt und aussortiert werden. "Wir sortieren den Kompost per Hand", sagt Heß. Aber es sei unmöglich, alles herauszufiltern. Vor allem jetzt im Herbst und dann wieder im Frühjahr sei es besonders auffällig, weil zum Wechsel der Jahreszeiten besonders viel anfällt. Im Schnitt zweimal pro Woche werden die Sammelstellen geleert.

Um für eine bessere Mülltrennung zu sorgen, haben Heß und seine Kollegen auch für unterschiedliche Mülltonnen auf den Friedhöfen gesorgt. Das sei meist nicht die Regel. Auch mit Aushängen weist er die Friedhofsbesucher darauf hin.

Doch was darf überhaupt alles auf den Kompost? Laut dem Verein Bundesgütegemeinschaft Kompost gehören dazu in Bezug auf einen Friedhof unter anderem Schnittblumen, zerkleinerter Strauch- und Baumschnitt, Topfpflanzen, verbrauchte Blumenerde, Laub, Gras und Unkraut. Nicht geeignet sind behandeltes Holz, Kunststoffe, Glas, Metalle und Leder.

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