Lustiger Abschied vom Männerhaushalt

Er war da: "der dicke, seltsame Mann mit der Mütze", der über sich selbst sagt, er sehe aus "wie ein Eimer Sülze", wisse aber ganz genau, was er stimmlich drauf habe. Und das Konzept geht tatsächlich auf.

Annaberg-Buchholz.

Alles hatte als Spaß begonnen, weil keiner damit gerechnet hat, dass dieser verrückte Plan aufgeht: Doch am Samstagabend saßen Tom Noah und Marié von der Schülerzeitung "Newspager" der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge tatsächlich in der Garderobe von Torsten Sträter und plauderten in lockerer Atmosphäre über Heimat, Herrenmaßschneider und Schulerinnerungen - aber durchaus auch aktuelle politische Themen.

Wenig später steht der gebürtige Dortmunder im frisch aufgedampften Sakko auf der Bühne der restlos ausverkauften Festhalle in Annaberg-Buchholz und sorgt für eine Lachsalve nach der anderen beim Publikum. Das Programm ist nicht mehr so taufrisch - wie auch der Hauptdarsteller: "Ich bin jetzt 52, da holst du nicht mehr so viel raus." Dem Spaß, den das Publikum in den fast drei Stunden mit ihm hat, tut das aber keinen Abbruch. Schließlich kennt es all die Absurditäten des Alltags, von denen der ausgebildete Herrenmaßschneider erzählt: Von Kleiderbügeln in den Hotelschränken, die wegen der "steigenden Kleiderbügelbeschaffungskriminalität" angeschraubt werden. Vom regelmäßig hupenden "Schokoauto" und kreativ gefaltetem Toilettenpapier, das der "stinknormale Gebrauchsfurzer" aus Datenschutzgründen aber nie benutzt. Von Thermomixern, staubsaugenden Robotern und anderen fragwürdigen Erfindungen, zu denen für ihn wohl auch die Elektroautos zählen. Von Horrorfilmen, deren Ende ihm in den "Zugluftdackeln mit Propeller" zwischen Dortmund und München immer vorenthalten bleiben, weil dauernd irgendwelche Durchsagen das Programm unterbrechen. Oder von "Restmuskelerhaltungsmaßnahmen", die aber letztlich auch keinen durchschlagenden Erfolg bringen. Als einer, "der beim Kacken nicht vor Freude Piratenlieder singt" und sich selbst lediglich als "mittelfröhlich" einstuft, kann er trotzdem auch selbst viel lachen und hat nicht minder Spaß an diesem unterhaltsamen Abend. Kein Wunder, gehört doch die Alte Brauerei zu seinen Lieblingsveranstaltern - auch wenn er "episch noch nicht im Erzgebirge unterwegs war", wie er bedauert, um gleich darauf zu ergänzen, dass er das zwingend nachholen müsse. Die Frage sei nur: Wann? Denn nach seiner letzten Sendung "Sträters Männerhaushalt", die ebenfalls am Samstagabend im Fernsehen lief, will er sich nun erst einmal zwei neuen Büchern widmen und einem neuen Programm. Den Titel hat er schon: "Normal müsste das halten - ein Superprogramm in Schwarz".

Und dann ist da noch das Versprechen, dass er den jungen Leuten von der Schülerzeitung gegeben hat. Für die nächste Ausgabe im Oktober will er ein Essay schreiben - über seine Erinnerungen an die Schulzeit. Allerdings hat er seinen Gastbeitrag an eine Bedingung geknüpft: Die Lehrerinnen und Lehrer sollten dann bitte für ein solches Exemplar mindestens drei Euro bezahlen - statt der bisherigen zwei.

Was die jungen Leute sonst noch von Torsten Sträter erfahren haben, verraten sie unter

newspager.online

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