Manufaktur der Träume zeigt Schatz aus Elfenbein

Etwa 1500 Arbeiten aus den Bereichen Volkskunst und Kunsthandwerk des Erzgebirges umfasst die Sammlung von Erika Pohl-Ströher. Ein ganz seltenes Stück daraus hat am Montag einen neuen Platz gefunden.

Annaberg-Buchholz.

Den weltweit vermutlich einzigen Bergaufzug aus dem frühen 18. Jahrhundert, der aus Elfenbein geschnitzt wurde, zählt seit Montag die Manufaktur der Träume in Annaberg-Buchholz zu ihren mehr als 1000 Ausstellungsstücken. Mit dem Titel "Bergparade Freiberg 1707" sind die 11 etwa 15 Zentimeter großen Figuren überschrieben, die in der Werkstatt des 1655 in Schneeberg geborenen Schnitzers und Bildhauers Johann Petzold entstanden sind.

Der einzigartige Bergaufzug gehört zur Sammlung der deutsch-schweizerischen Chemikerin, Biologin und Unternehmerin Erika Pohl-Ströher. Etwa 1500 Stücke erzgebirgischer Volkskunst und erzgebirgischen Kunsthandwerks hatte sie vor acht Jahren in Annaberg-Buchholz der Öffentlichkeit übergeben. Zu sehen ist ein großer Teil davon seither in der Manufaktur der Träume - seit Montag nun auch der historisch wertvolle Bergaufzug aus Elfenbein. Er hat seinen Platz "Jenseits des Lichts" gefunden - im Themenbereich Bergbau. Flankiert wird er dort ganz zeitgemäß von zwei Lichterbergmännern im barocken Habit, die ebenfalls aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammen, sowie einem Lichterbergmann aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die aufwendige Schnitzarbeit gehörte zu den Lieblingsstücken der Sammlerin. "Sie waren ihr so sehr ans Herz gewachsen, dass sie darum bat, diese noch behalten zu dürfen", kennt Stadtsprecher Matthias Förster die besondere Geschichte des Stückes. Dabei handelte es sich um einen kleinen Heimatberg mit einer Stadtansicht und einer Bergwerksdarstellung, zwei Räuchermänner aus den Kunstgewerbewerkstätten Olbernhau sowie neun Räuchermänner von Klaus Merten aus Seiffen - und eben jenen Bergaufzug. Während alle anderen Objekte nach dem Tod der Mäzenin am 18. Dezember 2016 schon in die Manufaktur umgezogen waren, gestaltete sich die Überführung der 11 Bergleute schwierig: "Besitz und Erwerb von Produkten aus Elfenbein sind weltweit auf der Basis des Artenschutzes streng geregelt", erläutert Matthias Förster die Hintergründe. So mussten zunächst die Schweizer Behörden die Genehmigung zur Ausfuhr erteilen. Das ist laut Matthias Förster im Mai dieses Jahres passiert. Weiterhin war die Zustimmung des hiesigen Bundesamtes für Naturschutz zur Einfuhr notwendig. Auch diese ist in den vergangenen Tagen erteilt worden. Damit stand der Präsentation des sehr gut erhaltenen Stückes nichts mehr im Weg. Den Platz dafür hatten die Gestalter von Anfang an freigehalten.

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