Modellbahnbörse: Von Dampflok-Sammlern, Glückspilzen und Schnäppchenjägern

Bei der Thumer Modellbahn- und Modellautobörse begaben sich viele Gäste auf die Suche. Zum Teil war das eine Zeitreise.

Thum.

Endlich! Peter Böttger fühlt sich wie nach der Bescherung. Der Chemnitzer hat sein Wunschmodell einer Dampflok in der Baugröße H0 "erhascht". "Es ist nicht so, dass ich dazu noch keine Gelegenheit gehabt hätte, aber die Preise dafür waren mir bisher zu hoch", sagt er. Nun hat er sie: eine Lok der Baureihe 91. 62 Euro zahlte er für das gute Stück. 54 DDR-Mark hat das Modell der damaligen Firma Hruska aus Glashütte einst gekostet. "Es ist mit Glashütter Präzision gefertigt worden", erklärte der Modellbauer am Wochenende bei der 13. Thumer Modellbahn- und Modellautobörse. Als Gratis-Zugabe lag der Originalverpackung im Übrigen noch der Garantieschein bei - datiert auf den 11. November vor genau 50 Jahren.

Die Börse im Volkshaus zog mehrere hundert Besucher an. Zeitweise war der Saal proppenvoll, Parkplätze in Thum waren Mangelware. Keine Frage: Die Mitstreiter der Interessengemeinschaft Schmalspurbahn Thumer Netz zeigten sich mit der Resonanz überaus zufrieden. "Wir haben 32 Aussteller von Gera bis Dresden, unser Platz ist damit völlig ausgereizt. Um mehr Anbieter unterzubringen, müsste am Volkshaus angebaut werden", sagte der zweite Vereinsvorsitzende Sven Meyer. Es waren viele Stammhändler vertreten, die der Börse seit Anfang an die Treue halten. Und so bunt wie das Angebot waren auch die Wünsche der Gäste. Die einen suchten nach Modellen, die schon fast historisch sind. Andere waren auf Schnäppchen aus. Und nicht wenige Modellbahnfreunde sind sich sicher, dass ihr Hobby angesichts der Preise für aktuelle Artikel nicht mehr für jeden Geldbeutel bestimmt ist. Allerdings müsse man auch bedenken, dass Modellbahnartikel in der DDR bis in die späten 1980er-Jahre preislich gestützt waren, weil sie unter die Rubrik Spielzeug zählten, erinnerten sich einige alt gediente Modellbahner. "Man muss nicht, wenn sich ein Kind eine Eisenbahn wünscht, was inzwischen höchst selten ist, mit einer neuen 300 Euro teuren Lok anfangen", fand ein Gast.

Die Börse in Thum ist seit Jahren ein Riesenerfolg. "Es ist nicht zu beschreiben, wie gut sich das alles entwickelt hat. Heute Morgen gab es am Einlass wieder richtig Hektik", so Sven Meyer. Dort hielt am Wochenende unter anderem Martina Dippmann die Stellung, die seit Jahren im Verein mitwirkt. Dass es bei der Veranstaltung Dinge gibt, die im normalen Handel nicht mehr zu erwerben sind, darin sieht Sven Meyer nur einen Grund für den Erfolg. "Hier gibt es viele Modelle zu vernünftigen Preisen und niemand kauft die Katze im Sack", so Meyer weiter. Siegfried Seidl, versierter Modellbauer sah das genauso. "Es gibt preiswerte Dinge, die man nicht mehr im Handel bekommt, mit denen eine Anlage aber mit relativ geringem Aufwand betrieben werden kann. Die meisten DDR-Modelle waren zudem recht hochwertig", so der Ehrenfriedersdorfer. Außerdem verwies er auf diejenigen, die die alten "Rosinen" sammeln und bei der Börse fündig werden. Von historischen Vorkriegsmodellen über Straßenlampen, Figuren, Zubehör für die Landschaft, Modellautos in allen möglichen Maßstäben bis zu Wagen und Loks gab es vieles, was das Modelbahnerherz höherschlagen lässt.

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