Museumsnacht zeigt Facetten eines Genies

Die zehnte Annaberg-Buchholzer Museumsnacht widmet sich Leonardo da Vinci. Auch Schüler und ein Thumer Künstler tragen dazu bei.

Annaberg-Buchholz.

"Entdecke Leonardo - 50 Facetten eines Genies": Das ist das Motto der Annaberg-Buchholzer Museumsnacht am 2. Oktober. Zur Veranstaltung dreht sich alles um den Universalgelehrten Leonardo da Vinci, der vor 500 Jahren gestorben ist. Maler, Bildhauer, Architekt, Mechaniker - der Gelehrte war ein Alleskönner. Auch Intarsienkünstler Harry Müller ist von da Vinci fasziniert. Dem Thumer imponieren vor allem seine Gemälde. "Aber ohnehin ist es faszinierend, Gemälde in Holz umzusetzen", so der Meister der Intarsien.

Zur Museumsnacht wird er in der Sankt Annenkirche mit einer seiner größten Arbeiten dabei sein: "Das letzte Abendmahl". 1494 bis 1498 soll Leonardo da Vinci das fast neun mal fünf Meter große Gemälde geschaffen haben. Die Arbeit von Harry Müller hat mit rund zwei Metern mal 90 Zentimetern ebenfalls eine respektable Größe. Und bei ihm gibt es das Werk sogar zweimal. Denn unlängst hat er eine zweite Intarsienarbeit gestaltet, die das berühmte Gemälde zum Vorbild hat. Er bezeichnet das Kunstwerk als "zweite verbesserte Auflage". "Beim ersten Abendmahl habe ich 120 verschiedene Hölzer verwendet, bei der zweiten Arbeit zehn mehr", so der 71-Jährige. Etwa ein halbes Jahr hat er an seinem Zweitwerk gesessen.

Schon in seiner Tischlerlehre in der Lausitz hat er gelernt, mit Intarsienhölzer umzugehen. Seit 1962 sammelt der Künstler edle Hölzer aus aller Welt. Der "Thumer Holzwurm" arbeitet inzwischen mit 418 verschiedenen Hölzern, von Ebenholz über Essigbaum bis hin zur Esche. Was Maler mit Farben gestalten und zum Ausdruck bringen, macht Müller mit Holz. "Ich lasse die Farben des Holzes sprechen", sagt er. Wie viele Intarsienarbeiten er bisher geschaffen hat, weiß er nicht. "Viele habe ich verschenkt", so der Thumer. Aber wieso gestaltete er das Abendmahl in doppelter Ausführung? "Meine Frau hat mich dazu animiert, denn ich wollte solch ein Werk auch zu Hause haben", verrät der Künstler. Denn seine erste derartige Arbeit, die vor etwa zehn Jahren entstanden war, ist im Schloss Flößberg bei Leipzig ausgestellt. Schließlich ist Harry Müller mit seinem Kunsthandwerk weit über die Grenzen des Erzgebirges hinaus bekannt. Dass der Thumer bei der Veranstaltung dabei sein darf, macht ihn stolz. "Es ist Anerkennung und Motivation zugleich", so der Künstler.

Mit dabei sind unter anderem auch Elftklässler der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge, deren künstlerische Arbeiten in der Manufaktur der Träume druckgrafische Auseinandersetzungen mit Werken da Vincis zeigen. In eigenen druckgrafischen Versuchen wurden die Ausdrucksmöglichkeiten der unterschiedlichen Drucktechniken geprobt, wie Bastian Guthke im Auftrag der Stadt informiert. Und auch andernorts in der Kreisstadt wird zu diesem besonderen Anlass Außergewöhnliches geboten. Insgesamt sechs Einrichtungen - Sankt Annen, Erzgebirgsmuseum, Manufaktur der Träume, Adam-Ries-Museum, Studienraum Carlfriedrich Claus, Frohnauer Hammer - gehen an diesem Abend von 19 bis 24 Uhr auf Aspekte im Leben und Werk da Vincis ein. Die festliche Eröffnungsveranstaltung findet ab 19 Uhr in der Sankt Annenkirche statt. Dort, wo auch Harry Müller ausstellt, liegt der thematische Schwerpunkt auf der Kunst der Renaissance. (mit urm)

www.annaberg-buchholz.de/ museumsnacht

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