Oldtimer sollen Thumer Stadtjubiläum bereichern

Erstmals findet in der Bergstadt ein Treffen für Oldtimerfahrzeuge statt. Der Mann hinter der Idee ist André Bernt. Was treibt ihn an?

THUM.

So etwas hat es in der Stadt bisher noch nicht gegeben. Aber irgendwann ist immer das erste Mal. Und das 1. Otto dürfte den Veranstaltungsplan des 550. Geburtstags von Thum ungemein bereichern. Gemeint ist das Erste Offene Thumer Treffen für Oldtimerfahrzeuge - kurz: Otto. Die Vorbereitungen für das Spektakel am 7. September laufen auf Hochtouren und die Organisationsfäden laufen bei André Bernt zusammen. "Wir gehen mit dem Gedanken, so etwas zu machen, schon mehrere Jahre schwanger. Und das Stadtfest bietet eine gute Gelegenheit dazu. Ein Oldtimertreffen passt einfach gut zu diesem Ereignis", sagt der 44-Jährige. Er ist erfreut, mit der Idee bei der Stadt "offene Türen eingerannt zu haben".

Wer möchte, kann mit seinem Oldie auch am Festumzug teilnehmen. "Wir sind das letzte Bild und es geht fahrzeugfreundlich immer bergab", so der Organisator. Zum 1. Thumer Otto rechnen die Veranstalter mit 50 bis 60 Teilnehmern. "Das alles steht und fällt natürlich mit dem Wetter", macht Bernt deutlich. Mitmachen können Autos und Zweiräder, aber auch Teilehändler sind zur Sause willkommen. "Und wenn alles gut läuft, sollte das eventuell nicht das erste und letzte Oldtimertreffen in Thum sein", kann sich der Experte weitere derartige Veranstaltungen in der Stadt vorstellen.


Da scheut der Fan historischer Fahrzeuge auch vor dem zweifelsohne großen Aufwand nicht zurück. Das Virus hat der Sammler und Restaurator von Oldies von seinem Vater Karl Bernt vererbt bekommen. Schon im Alter von fünf Jahren hat der heute 77-Jährige ein Minimoped für den Sohnemann gebaut. So richtig auf die altertümlichen Fahrzeuge ist der Metallbaumeister 1992, nach einem schweren Motorradunfall, umgestiegen. Und auch Senior Karl Bernt, seines Zeichens Schlossermeister, hat gleich nach der Wende seine Aktivitäten in diese Richtung verstärkt.

Mit einer RT aus der Zschopauer Motorradschmiede und einem Berliner Roller hat alles angefangen. "Dann haben wir uns bis zur 350er Jawa hochgearbeitet", berichtet André Bernt schmunzelnd. Zugegeben, die tschechischen Zweizylindermaschinen mit ihrem unverwechselbaren Klang und ihrer zeitlosen Form waren und sind Kult. Bernts Traum aus Chrom und glänzendem Lack hat übrigens in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag. Unter anderem auch eine Schwalbe aus der Suhler "Vogelfamilie" wird gehegt und gepflegt. Sie wurde 1967 produziert. Mittlerweile wird auch an DKW-Motorrädern gebastelt.

Der Reiz am aufwendigen Hobby? "Das ist die Technik, das Fahrgefühl und die Achtung vor der damaligen Ingenieurskunst ohne Elektronik und Computer", sagt Bernt. Ihre Schätze präsentieren Vater und Sohn nicht nur in der Region: Touren haben sie unter anderem schon ins Bayrische oder ins böhmische Egertal geführt. "Wir sind da so eine freie Interessengemeinschaft mit Jahnsbacher, Thumer, Herolder und unter anderen Gleichgesinnten aus Drebach", so Bernt. Die Vereinigung macht sich auch für das 1. Otto stark. Und Karl Bernt berichtet kurz und knapp, wie so ein Oldtimer wieder entsteht: "Wir haben zum Beispiel einen BK-Rahmen aus Torgau geholt. Und jedes Mal, wenn wir irgendwo auf Teilesuche waren, sind wir mit unserem Opel voller Schrott zurückgekommen, der auf Wiederbelebung wartet."

"Thumer uns was Gutes", heißt es zum Treffen in der Jubiläumsstadt. "Jeder Teilnehmer, der sich anmeldet, erhält eine Plakette", versichert Bernt. Und so soll es am zweiten Festsamstag ab 10 Uhr auf dem Hartplatz an der Wiesenstraße ordentlich knattern. Gegen 13 Uhr starte eine kleine Rundfahrt durch die drei Ortsteile und benachbarte Orte. Danach ist Treff auf dem Thumer Markt beziehungsweise der Marktstraße.

Kontakt ist möglich über die Firma Metallbau Bernt, Angerstraße in Thum, telefonisch unter 037297 4442. Geöffnet ist montags bis freitags 7 bis 16 Uhr. Anmeldungen auch per E-Mail an: and-thum@web.de.

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