Philharmonie und Schulchöre im Duett

Gleich zwei musikalische Großprojekte stehen in diesem Schuljahr in der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge auf dem Programm. Zwei Werke mit gänzlich verschiedenen Charakteren.

Annaberg-Buchholz.

Sie gehören beide zu den Hochkarätern in der erzgebirgischen Musiklandschaft: die Erzgebirgische Philharmonie und die Chöre der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge. Beide verbindet mittlerweile eine jahrelange gute Zusammenarbeit, die in diesem Schuljahr gleich in zwei großen Aufführungen gipfelt. Zwei Aufführungen, wie sie unterschiedlicher kaum sein können: Anfang Oktober erklingt anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Bildungseinrichtung in Annaberg-Buchholz Carl Orffs "Carmina Burana" - das meistaufgeführte chorsinfonische Werk des 20. Jahrhunderts mit "mittelalterlichen Texten über das Kommen und Gehen des Glücks, über weltliche Genüsse und Qualen zwischen Kneipe und Partnerschaft", fasst Chorleiter Daniel Zwiener den Inhalt zusammen. Im Januar dann das Kontrastprogramm: das "Spiel des Grauens" über das Frauenorchester von Auschwitz.

Seit Mitte Juni laufen aber erst einmal die Proben für "Carmina Burana". Beeindruckende 220 Stimmen etwa zählt der eigens dafür gebildete Chor, der drei Generationen vereint. "Den Kern bildet der aktuelle Jugendchor der Schule. Er erhält Verstärkung durch einen Elternchor. Und manche der Sängerinnen und Sänger haben noch ihre Großeltern mitgebracht", erzählt der Chorleiter. Dazu kommen ehemalige Schülerinnen und Schüler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Sympathisanten der Schule.

Viele Stunden Probenzeit liegen bereits hinter ihnen - am 28. September steht der letzte Probentag an. Zwei Tage später folgt die Generalprobe mit Solisten und Orchester. Die Konzerte selbst erklingen schließlich am 1. beziehungsweise 3. Oktober.

Es ist in der Schulgemeinschaft gute Tradition, dass Feste mit großartiger Musik gefeiert werden. Und die "kraftvolle und bewegende Musik" des Carl Orff hatte der Chorleiter schon länger im Hinterkopf. So hat das Ganze dieses Mal keine geistliche Dimension. Die es für den Chorleiter aber auch nicht immer zwingend haben muss. Zumal diese Thematik in diesem Jahr schon durch das 500. Kirchweihjubiläum von Sankt Annen stark besetzt ist.

Eine "ganz besonders schöne Aufgabe", auf die sich auch Generalmusikdirektor Naoshi Takahashi von der Erzgebirgischen Philharmonie freut. Zusammen mit seinen Musikerinnen und Musikern ist er am 14. September offiziell in die neue Spielzeit gestartet - mit dem ersten von insgesamt zehn Philharmonischen Konzerten. In denen wird das Publikum "Altbewährtes" hören, wie beispielsweise Anton Bruckners "Romantische Sinfonie" oder auch die "Musikalische Schlittenfahrt" von Leopold Mozart, die anlässlich seines 300. Geburtstages erklingen wird. Daneben interpretieren die Philharmoniker aber auch wieder weniger bekannte, aber nicht weniger eindrucksvolle Werke wie zum Beispiel Béla Bartóks Konzertsuite "Der wunderbare Mandarin". Ein Stück, auf das sich der langjährige Dirigent des Orchesters besonders freut. "Das liegt schon sehr lange auf meinem Tisch. Und ich bin sehr froh, dass wir es jetzt spielen können", sagt er.

Neben seiner eigenen Konzertreihe und der erfolgreichen Reihe "Klassik am Nachmittag" gestaltet das Ensemble zahlreiche Chor- und Kirchenkonzerte sowie Märchenvorstellungen mit. Und gemeinsam mit den Philharmonikern begibt sich auch Tönchen wieder auf ein neues musikalisches Abenteuer - bei ihren Schülerkonzerten. Die haben allein im vorigen Jahr 800 Mädchen und Jungen in Annaberg-Buchholz und 250 in Aue begeistert angenommen.

Die Konzerttermine der Erzgebirgischen Philharmonie finden Sie unter www.winterstein-theater.de


Was es in dieser Spielzeit unter anderem zu hören gibt

"Entlang der Seidenstraße" führt das 2. Philharmonische Konzert. Für Dirigent und Generalmusikdirektor Naoshi Takahashi eines "der schwierigsten im Repertoire" in dieser Spielzeit - unter anderem mit Béla Bartóks Konzertsuite "Der wunderbare Mandarin". "Da zeigen wir, was wir können", sagt er. Termine: 12. Oktober 19.30 Uhr Kulturhaus Aue, 14. Oktober 19.30 Uhr Winterstein-Theater Annaberg.

Die "russische Seele" steckt im 3. Philharmonischen Konzert. Für die sorgen die Komponisten Sergej Rachmaninov, Alexander Skrjabin und Alexander Borodin. Termine: 16. November 19.30 Uhr Aue, 18. November 19.30 Uhr Annaberg.

Das Weihnachtskonzert, traditionell das 4. Philharmonische Konzert, erfreut sich der größten Beliebtheit beim Publikum. "Da sind unsere Kapazitäten ausgeschöpft", sagt Naoshi Takahashi. Allein im Kulturhaus in Aue seien dabei regelmäßig 600 bis 700 Zuhörerinnen und Zuhörer. Termine: 16. und 17. Dezember 19.30 Uhr Annaberg, 26. Dezember 19.30 Uhr Nicolaikirche Aue.

Leopold Mozart ist das 5. Philharmonische Konzert gewidmet. Anlässlich seines 300. Geburtstages erklingt unter anderem seine Komposition "Die musikalische Schlittenfahrt". Zu hören ist dabei auch "die Liebesbratsche" - ein 14-seitiges Instrument mit einer "wunderschönen Klangfarbe", schwärmt Naoshi Takahashi. Termine: 11. Januar 19.30 Uhr Aue, 20. Januar 19.30 Uhr Annaberg.

"Kino für die Ohren" ist dann wieder beim 6. Philharmonischen Konzert angesagt. Ein Abend voller Klassiker der Filmmusik, bei dem zudem ein junges Ausnahmetalent als Solistin zu hören sein wird: Lucie Bartholomäi aus Marienberg mit ihrer Violine. Termine: 22. Februar 19.30 Uhr Aue, 24. Februar 19.30 Uhr Annaberg.

Der "Sehnsucht" ist das 7. Philharmonische Konzert gewidmet, in dem es um Gedichte von Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff geht - bedeutender Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik. Dabei sollen mit Werken von Johannes Brahms und Anton Bruckner zugleich zwei Seiten der deutschen Musik beleuchtet werden. Termine: 21. März 19.30 Uhr Aue, 23. März 19.30 Uhr Annaberg.

Gleich vier Hörner - gespielt von Musikern des Gewandhauses Leipzig - erklingen im 8. Philharmonischen Konzert. Neben bekannten Klängen, wie der Ouvertüre aus Carl Maria von Weber Oper "Der Freischütz" werden auch weniger bekannte Werke gespielt - unter anderem Paul Büttners Sinfonie Nummer 2 G-Dur. Sein Geburtstag jährt sich im nächsten Jahr zum 150. Mal. Termine: 13. April 19.30 Uhr Annaberg, 18. April 19.30 Uhr Aue.

Eine "französische Schatzkiste" wird zum 9. Philharmonischen Konzert geöffnet. Als einer der Gäste in dieser Spielzeit wird dann Tobias Mehling am Dirigentenpult stehen, wenn das Orchester Werke von Georges Bizet, Édouard Lalo und César Franck spielt. Termine: 9. Mai 19.30 Uhr Aue, 11. Mai 19.30 Uhr Annaberg.

Mit dem Dirigierseminar der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" in Dresden als 10. Philharmonischem Konzert geht dann die Reihe zu Ende. Termine: 6. Juni 19.30 Uhr Aue, 8. Juni 19.30 Uhr Annaberg, 11. Juni 19.30 Uhr Hochschule für Musik Dresden.

Karten sind erhältlich beim Servicebüro Winterstein-Theater unter Ruf 03733 1407 131 oder im Kulturhaus Aue unter Ruf 03771 23761. (af/urm)

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