Seit 25 Jahren "Landebahn" im Neubaugebiet

Am Sonnabend steigt im Jugendhaus "Alter Schafstall" eine Sause der Sonderklasse. Der Jugendtreff am Wiesaer Weg wird 25 Jahre alt. Die Verantwortlichen wollen ein Sommerfest feiern, obwohl das eigentliche Eröffnungsdatum erst im Dezember ansteht. Derweil steht das Haus vor neuen Herausforderungen.

Annaberg-Buchholz.

Eigentlich hat der "Alte Schafstall" in Annaberg-Buchholz im Dezember Geburtstag. Klaus Freyer erklärt, warum das 25-jährige Jubiläum im Jugendhaus auf diesen Samstag vorgezogen wurde. "Wir Erzgebirger haben am 15. Dezember wegen der vielen Weihnachtstraditionen eigentlich keinen Nerv, zusätzlich andere Feste zu feiern. Deshalb haben wir die Party schon mal vorverlegt." Der Leiter des Jugendtreffs setzt auf eine sommerlich angenehme Atmosphäre und nochmals schönes Wetter. Es seien alle eingeladen, denen die Vision und die Abläufe in dem Jugendtreff am Herzen liegen. Besonders freue man sich aber auf alle Kinder und Jugendlichen, die derzeit im Schafstall ein und aus gehen, ihre Eltern und natürlich die Ehemaligen.

Der 43-jährige Jugendreferent und Erzieher arbeitet seit zwei Jahren im Haus und hat einen sicheren Blick für die Bedürfnisse seiner Klienten entwickelt. "Es ist vor allem die Möglichkeit, andere zu treffen, miteinander zu reden und das alles in einer sicheren Umgebung tun zu können", hat Freyer erlebt. Obwohl Eberhard Heiße, der damalige Jugendwart in Annaberg, 1993 vor allem die jungen Leute in dem Neubaugebiet im Visier hatte, nutzen derzeit immer mehr Kinder die "Landebahn" in dem offenen Haus inmitten der Mehrgeschosser. Die Bewohner im Annaberger Neubaugebiet sind gerne unter sich. Kurze Wege sind beliebt. Musikalische oder kulturelle Angebote in der Stadt oder gar in Buchholz können kaum locken. "Die Kinder und Jugendlichen kommen größtenteils aus der direkten Umgebung", sagt Carina Meth. Die alleinerziehende Mutter und Ehrenamtliche im Team weiß selbst, wie wichtig es ist, dass Kinder nach der Schule und dem Hort eine gute Adresse haben. Bis 17.30 Uhr können die Kinder bleiben. Sie essen, basteln, spielen oder nutzen das Gelände mit dem angrenzenden Sportplatz. "Wir versuchen, bestehende und neue Elternkontakte zu pflegen", sagt Freyer. Damit schlägt er auch eine mögliche neue Saite im Akkord der Hausangebote an. "Ich denke, wir werden in Zukunft noch mehr auf Familienbegleitung und entsprechende Beratungsmöglichkeiten setzen müssen", sagt der Gemeindepädagoge.

Ab 18 Uhr trudeln so langsam die Jugendlichen ein. Sie kommen zum Quatschen, um Fußball, Billard oder Dart zu spielen. Außerdem hält Nicole Weißbach in der Küche des kleinen Hausbistros Leckeres zum Naschen und Trinken bereit. Das finden alle Altersklassen cool. Einmal pro Woche findet ein Mädchen- oder Jungentreff statt. Hier gibt es einen biblischen Impuls. Darüber hinaus versteht sich das Haus unter dem Dach des Christlichen Vereines junger Menschen (CVJM) vor allem als werteorientiertes Haus, deren Mitarbeiter den christlichen Glauben leben, aber nicht zur Voraussetzung machen.

"Wir bieten unseren Kindern und Jugendlichen etwas, was sie kaum bekommen - Zeit", sagt Jugendtreff-Leiter Frank Freyer. Eine Herausforderung für die Zukunft sei die Frage, wie man die Heranwachsenden aus ihrer Isolation durch den Medienkonsum herausholen könne. Dankbar ist das Team mit zwei Mitarbeitern im freien sozialen Jahr, einem Minijobber und mehreren Ehrenamtlichen für alle Unterstützungen durch das Jugendamt und mehrfach privates Sponsoring. "Ohne dem könnte wir das Haus zuschließen", ist sich Freyer sicher.

Alle Neugierigen können sich am Samstag ein Bild von den neun Begegnungsräumen und dem Areal um den "Alten Schafstall" machen. Die Feier beginnt 15 Uhr. Dann wird unter anderem auch "Ten Sing Annaberg" ab 18 Uhr "in memoriam" auftreten.

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