Stadt erinnert an großen Künstler

Vor 90 Jahren wurde Carlfriedrich Claus geboren

Annaberg-Buchholz.

Er war Maler, Dichter und Philosoph - Carlfriedrich Claus. Am gestrigen 4. August wäre er 90 Jahre alt geworden. Daran erinnerte nun seine Heimatstadt Annaberg-Buchholz. Geboren wurde Claus als Sohn des Kunsthändlers Johannes Friedrich Emil Claus (1887-1944) und seiner Frau Johanna Luise Claus (1893-1969), erklärt Rathaussprecher Matthias Förster. In einer kleinen Wohnung an der Buchholzer Straße wuchs er auf. Er besuchte die Pestalozzi-Schule und später das Anton-Günther-Gymnasium. Früh habe man die Begabung des Jungen erkannt, so Förster. "Schon in jungen Jahren wollte er den Sinn und den Hintergrund von Sprache und Schrift verstehen."

1945 brach er die Schule ab und begann bei seiner Mutter eine Lehre als Kaufmann. Nebenbei befasste er sich immer intensiver mit sprachwissenschaftlichen Phänomenen und versuchte sich an experimenteller Poesie. 1951 erschienen seine ersten Gedichte. Mit seiner speziellen Kunstrichtung, beispielsweise den Sprachblättern, erlangte er internationale Bekanntheit. Einige seiner Sprachblätter sind im Deutschen Bundestag zu besichtigen. Claus mied das Rampenlicht. In der Stille, im Untergeschoss des Annaberg-Buchholzer Gloria-Kinos vertiefte er sich in seine Gedanken und brachte diese in Form, in Schrift oder in Farbe zu Papier. "Der Wunsch, den Ursprung allen Seins zu ergründen, prägte seine Arbeit." Sein gesamtes Werk umfasst heute 582 Zeichnungen, 13.000 Fotos, 19.000 Briefe, 50 Tagebücher und vieles mehr. (fp)

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