Tod, Zerstörung und Trauer: Die Bombennacht von Buchholz

Vor 75 Jahren veränderte eine Nacht das Leben in der Stadt drastisch. Menschen starben oder verloren ihr Obdach. Gebäude wurden stark beschädigt oder brannten aus. Ein Film erinnert daran.

Buchholz.

Große Teile der Buchholzer Innenstadt sind durch einen schrecklichen Bombenangriff vor 75 Jahren in Schutt und Asche gelegt worden. "Zehn Tote waren zu beklagen, zahlreiche Menschen wurden obdachlos", erklärt der heutige Stadtsprecher von Annaberg-Buchholz, Matthias Förster. In der Nacht vom 14. zum 15. Februar 1945 seien 731 Wohnungen, 28 Wohngebäude sowie 19 Gewerbe- und Industriegebäude beschädigt worden. Förster: "Die Katharinenkirche, die Post, das Verlagsgebäude der Obererzgebirgischen Zeitung und viele andere Häuser brannten komplett aus."

Schwer getroffen worden sei auch der heutige Bahnhof Annaberg-Buchholz Süd. Darüber hinaus gab es Bombenschäden in weiteren Stadtteilen des heutigen Annaberg-Buchholz - so in Annaberg, Cunersdorf, Frohnau, Geyersdorf und Kleinrückerswalde. Angloamerikanische Bomberverbände hätten in dieser Nacht eigentlich geplant, vor allem über Chemnitz ihre Bombenlast abzuwerfen. Die Stadt sei jedoch in Nebel gehüllt gewesen, sodass auch Leuchtmunition, die sogenannten "Christbäume", das Zielgebiet nicht erhellen konnte. Matthias Förster: "Da die Bomber aber nicht mit ihrer explosiven Last zurückkehren durften, drehten sie rechts in Richtung Erzgebirge ab und warfen auf dem Rückflug sukzessive ihre Bomben ab." Annaberg habe sich glücklicherweise im Schatten des Pöhlbergs befunden, wurde kaum getroffen. Der Großteil der Bomben traf die Buchholzer Innenstadt und richtete die großen Schäden an.

Die Katharinenkirche wurde ab 1965 schrittweise wieder aufgebaut. Am 4. Oktober 1981 konnte sie wieder geweiht werden. Andere städtebauliche Wunden seien aber über Jahre zu sehen gewesen. Am Kunzeplatz, der einst komplett mit Gebäuden bebaut war, ist inzwischen ein Spiel- und Sportplatz entstanden. Die "Kleine Wendeschleife", an der früher das Gebäude der Obererzgebirgischen Zeitung stand, wurde nach der friedlichen Revolution wieder mit Wohn- und Geschäftshäusern bebaut, so der Stadtsprecher. Von vielen weiteren Gebäuden, etwa von der einstigen Post, existieren aber nur noch Fotos.

Anlässlich des 75. Jahrestages der Bombennacht hat die Bürgerinitiative "Pro Buchholz" auf ihrer Facebook-Seite einen Film veröffentlicht. Zeitzeugen erzählen dabei, wie sie die Nacht und ihre Folgen erlebt haben. aho

www.freiepresse.de/bombennacht

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