Vorlesungszeit für Alt und Jung im Ratssaal

Experten sprechen bei Kinder-Uni und Seniorenkolleg

Annaberg-Buchholz.

Wissen für Groß und Klein: Das Seniorenkolleg und die Kinder-Uni in Annaberg-Buchholz warten mit den nächsten beiden Veranstaltungen auf. Den Anfang macht am Sonntag das Angebot für den Nachwuchs. Prof. Dr. Bertolt Meyer von der TU Chemnitz wird ab 10.30 Uhr im Ratssaal des Annaberger Rathauses zum Thema "Können sich die Menschen in der Zukunft Superkräfte kaufen?" sprechen. Für den menschlichen Körper gebe es bereits heute viele Ersatzteile wie künstliche Hände, Beine, sogar Augen und Ohren, heißt es in der Ankündigung. Noch seien diese aber nicht so gut wie das Original: Mit einer künstlichen Hand könne man beispielsweise nicht Klavier spielen. "Es kann aber gut sein, dass sich das in Zukunft ändert", heißt es weiter. Schon heute springe ein Weitspringer mit einem künstlichen Bein weiter als Sportler mit zwei Beinen aus Fleisch und Blut.

Bertolt Meyer hat Psychologie studiert. Sein beruflicher Weg führte ihn über die Universität Zürich nach Chemnitz. An der dortigen TU ist er seit 2014 Professor für Organisations- und Wirtschaftspsychologie. Die Kinder-Uni am Sonntag richtet sich an Mädchen und Jungen zwischen 7 und 12 Jahren - gern in Begleitung ihrer Eltern und Großeltern. Der Eintritt ist frei.

Am Montag, 15.30 Uhr folgt das nächste Seniorenkolleg im Annaberger Ratssaal. Titel: "Endstation Knast - Ein Gefängnisdirektor packt aus". Referent ist Rechtsanwalt Dr. Thomas Galli aus Augsburg. Jeder zweite Straftäter werde rückfällig. Für den ehemaligen Gefängnisleiter Galli liegen die Gründe dafür auf der Hand. Ein System, das nur auf Wegsperren ausgerichtet sei, leiste keine Rehabilitation. Das verdeutlichen auch die neun authentischen Fälle, die im Mittelpunkt seines Buches stehen. "Vom Mehrfachmörder, der jede Therapie ablehnt, über den Schläger, der sich im Gefängnis einem Clan anschließt und immer tiefer in die Kriminalität abrutscht, bis hin zum Geiselnehmer, der seine Entlassung verweigert, weil er sich ein Leben in Freiheit nicht mehr vorstellen kann, zeigt Galli die Grenzen des deutschen Strafvollzugs auf und fordert: Die Institution Gefängnis muss grundlegend reformiert werden", heißt es in der Ankündigung. Thomas Galli (geboren 1973) ist promovierter Jurist und studierte ferner Psychologie und Kriminologie. Galli war ab 2001 im Strafvollzug tätig. 2013 wurde er Leiter der Justizvollzugsanstalt Zeithain, 2015 für über sechs Monate zusätzlich Leiter der Justizvollzugsanstalt Torgau. Er habe zunehmend Zweifel am System des Strafvollzugs entwickelt und legte seine Leitungstätigkeiten letztlich 2016 nieder. Der Eintritt zum Seniorenkolleg am Montag kostet 5 Euro. Es wird um vorherige Anmeldung gebeten. (aho)

bibliothek-ana@t-online.de

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