Wahnsinns-Sommer sorgt für Ansturm auf Freibäder und Seen

Die Sommerferien haben dieses Jahr ihrem Namen alle Ehre gemacht. Sonnenschein ohne Ende und Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke lockten überall ins kühle Nass. Doch nicht alle Badbetreiber freuen sich über die hohen Besucherzahlen.

Jöhstadt/Annaberg.

Irgendwie scheint der Super-Sommer die Pläne der Stadt Jöhstadt, eines ihrer beiden Freibäder zu schließen, ad absurdum zu führen. Die Menschen strömen in die Einrichtungen. Die Kasse klingelt wie noch nie. "Im Bad Steinbach haben sich die diesjährigen Einnahmen im Vergleich zum Durchschnitt der letzten fünf Jahre verdoppelt", sagt Jöhstadts Bürgermeister Olaf Oettel. Konkret stehen mit dem Ende der Sommerferien Einnahmen von 8500 Euro zu Buche. In Schmalzgrube seien die Einnahmen um etwa 20 Prozent auf 13.500 Euro gestiegen - ebenfalls im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Dennoch: Stand jetzt scheint kein Weg daran vorbeizuführen, dass die Stadt nach der Saison entweder das Bad in Schmalzgrube oder das in Steinbach dichtmachen muss. Darum ging es erst diese Woche wieder bei einem Gespräch zwischen Vertretern der Badvereine und des Tourismusausschusses. Vermutlich in der Stadtratssitzung im Oktober soll diese Entscheidung getroffen werden. Es sei denn, es geschieht noch ein Wunder. Die Stadt habe aufgrund ihres Haushaltsstrukturkonzeptes jedenfalls keinen Spielraum, die jährlich einzusparenden 15.000 Euro aufzubringen, die quasi den Betriebskosten entsprechen, noch Geld für Instandhaltungs- bzw. Investitionsmaßnahmen.

Etwas unbeschwerter können hingegen andere Freibäder der Region die Erfolge der aktuellen Saison genießen. In Sehma waren an einem Spitzentag beispielsweise 1100 Besucher da, erzählt Bademeister Peter Rülke. Im vorigen Jahr habe man an keinem Tag mehr als 1000 Gäste gehabt. Im Durchschnitt seien es in den zurückliegenden Wochen mehr als 700 Badegäste gewesen, die an einem heißen Tag das Freibad besuchten. Im Neundorfer Freibad wurden bis zum Stichtag 13. August 1090 Besucher gezählt. 2017 waren es in der gesamten Saison 445. Der heiße Sommer schlägt sich auch in der Zahl der Saisonkarten nieder. 86 wurden in diesem Jahr verkauft. Auch in Crottendorf rechnet man mit einem erfolgreichen Jahr. Schon jetzt wurden mehr als 5800 Besucher gezählt, so Bürgermeister Sebastian Martin. Zum Vergleich: 2017 kamen insgesamt 2615, 2015 5700 - und die 2018er-Saison ist noch nicht vorbei. Der beste Tag sei bisher der 7.August gewesen. 296 Personen wurden an diesem Tag gezählt.

Der 7. August scheint ohnehin der Badetag schlechthin gewesen zu sein. Auch im Naturbad Tannenberg wurde an jenem Dienstag der bisherige Rekord - 520 - für die Saison gemeldet, so Bürgermeister Christoph Neubert. Bisher besuchten 4200 Erwachsene und 3300 Kinder das Naturbad. Im Schnitt seien es pro Tag 300 bis 350 gewesen. Läuft auch der restliche Sommer so gut wie bisher, rechnet Neubert damit, dass die Betriebskosten in diesem Jahr erwirtschaftet werden können und somit kein Zuschuss notwendig sein wird.

In Mildenau war der 7. August ebenfalls der Tag, an dem in dem Freibad der meiste Trubel herrschte. 800 Jungen, Mädchen, Frauen und Männer tummelten sich an diesem Tag im Freibad. Laut Martin Weinberger kamen bisher 11.500 Badegäste. "Diese Zahl wird bis zum Ende der Saison noch wachsen", ist sich der Mildenauer Bademeister sicher. Doch die Spitzentage seien wohl vorbei. "Die Ferien sind zu Ende, die Nächte werden kühler und damit kühlt sich auch das Wasser ab." Geöffnet ist aber noch mindestens bis Ende August. Und sollte der September noch ein paar Sommertage bereithalten, dann geht es auch weiter.

Gleich zwei Bademöglichkeiten werden von der Campingpark Greifensteine GmbH betrieben: der Greifenbachstauweiher und das Ehrenfriedersdorfer Freibad. In beiden wurde in den vergangenen Wochen und Monaten gebadet, was das Zeug hält. So konnten laut Geschäftsführer Egbert Baltrusch im Ehrenfriedersdorfer Freibad zum Stichtag 31. Juli 50 Prozent mehr Besucher gezählt werden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Top-Besuchertage liegen zwischen dem 1. und 9. August. Im Schnitt kamen 660 Gäste. Ausreißer nach oben ist auch in der Bergstadt der 7. August - 1200 Badegäste erfrischten sich in Ehrenfriedersdorf. "Wir konnten trotz der Hitze die Wasserqualität halten", so Baltrusch. Das allerdings sei nur mit sehr hohem Aufwand möglich gewesen. Am Geyrischen Teich verlief der bisherige Sommer ebenso rekordverdächtig. Vom 3. bis 5. August, als an den Greifensteinen das Country Open Air stattfand, seien Campingpark und Stauweiher regelrecht überrannt worden - 30.000 Besucher an nur drei Tagen waren da.

Mit diesen Zahlen kann das Bad "Am Stangewald" in Buchholz nicht mithalten. Dennoch sind circa 19.000 Besucher bis zum Ende der Sommerferien ein Top-Wert für die Einrichtung. Und noch ist nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Ob allerdings der Rekord von 44.000 Gästen aus dem Jahr 1994 am Ende dieser Saison gebrochen werden kann, bleibt abzuwarten. Einen festen Schließtermin gibt es jedenfalls nicht. "Das wird witterungsabhängig entschieden", sagt Stadtwerkesprecher Mike Päßler.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...