War Messerattacke versuchter Totschlag?

70-jähriger Erzgebirger griff in Schlettau zwei Männer mit Messer an - Amtsgericht gibt Fall an Landgericht ab

Schlettau/Marienberg.

Im Prozess gegen einen 70-jährigen Erzgebirger, der im September 2018 zwei Männer im Alter von 33 und 31 Jahren mit einem Messer angegriffen und dabei lebensbedrohlich verletzt haben soll ("Freie Presse" berichtete), ist es zu einer überraschenden Wendung gekommen. Am Donnerstag entschied sich das Schöffengericht um Richter Steffen Müller, den Fall an das Landgericht in Chemnitz abzugeben. Bisher lautete die Anklage auf schwere Körperverletzung. Die Beweisaufnahme samt Begehung des Tatortes habe nach den Worten von Steffen Müller aber ergeben, dass es sich auch um versuchten Totschlag handeln könnte. In diesem Fall darf das Amtsgericht nicht weiter verhandeln, das Landgericht ist zuständig. Also wurde das Verfahren beendet und wird nun vor dem Landgericht neu eröffnet.

Hintergrund: Am 23. September des vergangenen Jahres ist es nach einem von der Schlettauer Feuerwehr organisierten Fest im Schlosspark zu einer Auseinandersetzung gekommen. In deren Folge wurden zwei Männer, beide Mitglieder der Feuerwehr, mit einem Messer angegriffen. Beide erlitten schwere Verletzungen im Bauchraum, mussten operiert werden und anschließend Rehabilitationsmaßnahmen wahrnehmen. Die Geschädigten kämpfen bis heute mit den Folgen. Zum Tatzeitpunkt gegen 3 Uhr in der Nacht waren noch mehrere Personen im Schlosspark zugange, um unter anderem nach dem Fest aufzuräumen. Auch von der Auseinandersetzung bekamen mehrere Personen etwas mit. Unmittelbar nach der Tat wurde der Angeklagte zunächst von einem Anwesenden festgehalten und schließlich von der Polizei in Gewahrsam genommen. Ein Messer, an dem später die Fingerabdrücke des Angeklagten und Blut der beiden Opfer gefunden wurden, fanden Polizisten in Tatortnähe. Einem Zeugen gegenüber soll der Angeklagte auch gesagt haben, dass er die beiden abgestochen habe. Zum Tatzeitpunkt war der 70-Jährige, der zuvor Gast des Festes war, betrunken. Nach Aussage eines Sachverständigen muss er mehr als 2 Promille intus gehabt haben. Zudem seien die Stiche mit Wucht ausgeführt worden. Der Angeklagte hatte bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht Marienberg geschwiegen. (aed)

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