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Das Hartmannsdorfer Gewerbegebiet an der Burgstädter Straße weist keine freien Flächen mehr auf. Attraktiv für die Unternehmen ist laut dem Bürgermeister der Gemeinde die gute Anbindung an Bundesstraße und Autobahn.

Foto: Toni Söll

Firmen suchen vergebens nach freien Flächen

Einige Gewerbegebiete in Mittelsachsen sind komplett belegt. In Hartmannsdorf will der Bürgermeister das Gelände vergrößern. Doch das anliegende Areal kann er nicht ohne Weiteres erschließen.

Von Nina Monecke
erschienen am 07.12.2017

Hartmannsdorf. 44,5 Hektar Fläche sind an Unternehmen vergeben. Uwe Weinert, Bürgermeister der Gemeinde Hartmannsdorf, hat im Gewerbegebiet "Burgstädter Straße" keinen Platz mehr. Vor drei Jahren sei die bislang letzte Firma hinzugekommen, ein Prüf- und Zertifizierungsunternehmen. Seitdem ist Schluss mit neuen Ansiedlungen.

Auf dem Gelände finde sich ein breiter Branchenmix, vom IT-Anbieter bis zur Fischräucherei, so Weinert. Auch viele mittelständische Unternehmen seien darunter. Die Gemeinde bekomme genügend Anfragen, könne den Interessenten jedoch derzeit nichts anbieten.

Damit widerspricht Weinert den Angaben, die die Industrie- und Handelskammer Chemnitz (IHK) vor wenigen Tagen in einer Studie veröffentlicht hat. Darin wird Hartmannsdorf in der Kategorie "Kommunen, deren Gewerbegebiete weniger als 50 Prozent freie Flächen verfügbar haben" aufgelistet.

"Das Gebiet Burgstädter Straße ist komplett erschlossen und ausgelastet", so Weinert. "Das große Ziel ist es, sich Richtung Mühlau zu erweitern." Die Flächen gehören jedoch nicht der Gemeinde, sondern sind in Privatbesitz. Konkretere Angaben könne er daher noch nicht machen. Gründe dafür, dass das Gewerbegebiet seiner Kommune voll ausgelastet ist, sieht der Bürgermeister unter anderem in der guten Infrastruktur vor Ort. Das Gebiet sei direkt an Bundesstraße und Autobahn angebunden. Zudem sei die Gewerbesteuer in Hartmannsdorf niedrig. Der Hebesatz beträgt hier 340 Prozent. Zum Vergleich: In Burgstädt liegt der Wert bei 400 Prozent, in Chemnitz bei 450 Prozent.

Warum die IHK in ihrer Studie schreibt, dass in Hartmannsdorf noch Flächen zu vergeben seien, kann sich Weinert nicht erklären. Die Zahlen zur Auslastung der mittelsächsischen Gewerbegebiete in der Studie beziehen sich auf Angaben in einer Datenbank der Wirtschaftsförderung Sachsen, sagt Cindy Krause, Referentin für Handel und Dienstleistungen der IHK-Regionalkammer Mittelsachsen.

Die Datenbank soll einen Überblick über Gewerbegebiete im Freistaat Sachsen geben. Gedacht ist sie unter anderem für Unternehmen und Investoren. Diese können dort nach freien Flächen suchen. Denn: "Bundesweit und international agierende Firmen fragen selten direkt bei den Gemeinden an", sagt Krause. Zugang zur Datenbank haben neben den regionalen Wirtschaftsförderern auf Kreisebene auch die Gemeinden selbst. "Jede Kommune kann sich mit einem Online-Passwort einloggen und die Daten aktualisieren", sagt Dietrich Kern, Projektleiter bei der Wirtschaftsförderung Sachsen. "Einige nehmen diese Aufgabe ernst, andere nicht." Die Wirtschaftsförderung könne die Kommunen jedoch nicht zwingen, so Kern.

Gerade in kleineren Gemeinden sei zu beobachten, dass die Kapazitäten fehlen, sich ausreichend um die Datenbank zu kümmern, sagt IHK-Referentin Krause. Die Arbeit falle dort dann häufig den Bürgermeistern zu. In größeren Gemeinden gebe es für diese Aufgabe mehr Personal. Da auch die IHK festgestellt habe, dass die Angaben zu den Gewerbegebieten in der Datenbank nicht immer mit den Angaben zum Beispiel auf den Webseiten der Kommunen übereinstimmen, habe man im Juni eine Online-Befragung mit den Gemeinden durchgeführt, um die aktuellen Informationen zu den Gewerbegebieten zu ermitteln, so Krause. "Nicht alle Kommunen haben sich daran beteiligt."

 
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