Saubere Sache: Unterwegs mit der ersten Schicht im neuen Jahr

Nur Stunden nach der Silvesterparty begann in der Innenstadt das große Aufräumen. Ab 8 Uhr wurden Wege und Plätze von den gröbsten Überresten privater Feuerwerke befreit. Die Helfer hatten dabei weniger zu tun als vermutet.

Für Uli Hellström ist der Fall klar: Gemessen an den Hinterlassenschaften wurden in diesem Jahr im Stadtzentrum deutlich weniger Feuerwerke und Knaller gezündet als in der Vergangenheit. Der 59-Jährige ist Sachgebietsleiter für Gehweg- und Straßenreinigung sowie den Winterdienst beim Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb (ASR). Zusammen mit insgesamt 29Mitarbeitern, fünf kleineren und zwei großen Lkw-Kehrmaschinen war er am Neujahrsmorgen in der Innenstadt im Einsatz, um den Müll der Silvesternacht zu beseitigen. "Ich vermute, dass der Rückgang am verstärkten Verkauf von Batteriefeuerwerken liegt", sagt Hellström. "Außerdem möchten die Leute offenbar zunehmend weniger Geld für Böller und Raketen ausgeben."

Das Einsatzgebiet erstreckte sich auf die komplette Innenstadt, von der Brückenstraße bis zur Theaterstraße. Für die Mitarbeiter ist der zweistündige Neujahrsputz am Tag nach Silvester mittlerweile schon zu einer kleinen Tradition geworden. Nahezu alle Beschäftigten der Abteilung Stadtreinigung sind im Einsatz. "Es handelt sich dabei um angewie-sene Mehrarbeit, die unsere Angestellten später absetzen können", so Hellström. Allerdings habe der Winterdienst immer Priorität. Dies sei in den vergangenen 20 Jahren aber nur zwei- oder dreimal vorgekommen.

Die Reinigung erfolgt in der Früh. Und das nicht nur, damit die Mitarbeiter hinterher noch etwas vom Neujahrstag haben oder weil es am Morgen bereits einige Spaziergänger gibt, die in der Innenstadt unterwegs sind. Es sei immer von Vorteil, wenn der Müll noch nicht vom Wind in die Ecken geweht und vom Regen durchweicht wurde, so Hellström. "Dann müssten wir viel mehr Müll mit der Hand auflesen." Denn die Kehrmaschinen erreichen nicht alle Ecken, zudem können sie durchnässte Pappen nur schwer aufnehmen.

Auf dem Brühl erhalten die Mitarbeiter der Stadtreinigung seit drei Jahren Unterstützung von einem Jugendverein der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde, der sich in diesem Bereich um die Entsorgung der Silvesterrückstände kümmert. Nach zwei Stunden getaner Arbeit wurde mit vereinten Kräften zum Schluss noch der Theaterplatz gereinigt. Nach einer kurzen Auswertung ging es für alle schließlich in den wohlverdienten Feierabend.

Und wer kümmert sich um die Straßen und Plätze in den Wohngebieten? Für die Reinigung der Gehwege dort sind in der Regel die Anlieger verantwortlich, heißt es vom ASR. Die Reinigung der Straßen erfolge ab heute nach dem üblichen Turnus laut Straßenreinigungssatzung - ohne Extra-Einsätze wegen Silvester. Streng genommen gelten Hinterlassenschaften vom Jahreswechsel ohnehin als "außergewöhliche Verschmutzungen", die eigentlich vom Verursacher zu entfernen sind - und zwar unverzüglich.

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1Kommentare
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    0
    cn3boj00
    02.01.2018

    War heute zufällig am Schloß unterwegs. Zwischen Schloßkirche und Miramar eine einzige Müllhalde. Da wird wohl weder ein "Anwohner" noch ein Verursacher was tun, Hat im ASR noch niemand davon gehört, dass der Schlossberg den Mittelpunkt der Chemnitzer Silvesterparty bildet?



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